Kommentar
Die Prog-Metal-Gemeinde trug Schwarz, als Keyboarder Kevin Moore nach dem '94er Album <I>Awake</I> seinen Ausstieg bei den Genre-Tabellenführern Dream Theater verkündete. Warum er sich zu diesem Schritt genötigt sah, zeigt sein erstes Soloalbum <I>Dead Air For Radios</I>, das genau da weitermacht, wo Moores letzte Dream Theater-Komposition "Space-Dye Vest" aufgehört hat.<P> Statt auf vertrackte, metallische Prog-Kompositionen setzt der studierte Tastenzauberer auf sphärische, sanfte Rocksongs mit düsterem, fast schon wavigem Einschlag. Wunderschöne Nummern wie "Colorblind" oder "America The Video" sind zerbrechlich wirkende, in ihrem Inneren aber außerordentlich wetterfeste und zeitlose Seelenfeger, die perfekt zu stürmischen Herbstabenden passen, wenn der Regen an die Scheiben prasselt und das Kaminfeuer zum Träumen einlädt. Depressiv klingt die Scheibe selten, eher schon melancholisch und nachdenklich.<P> Neben Moores Synthie-Arbeit, die sich über alle Tabus hinwegsetzt -- sogar Samples & Loops passen sich nahtlos ins Gesamtkonzept ein --, gefallen vor allem seine überaus angenehmen Vocals, die bei Dream Theater nie zum Zuge gekommen sind, und die großartigen Beiträge der Fates Warning-Rhythmusfraktion Joey Vera/Mark Zonder. Empfehlenswert!<I>--Michael Rensen</I>
Titelliste
Tracks
- 1 Colorblind
- 2 Even The Waves
- 3 Undertow
- 4 America The Video
- 5 S.O.S.
- 6 Camera 4
- 7 On The Page
- 8 Mouse
- 9 Hell Mary