Kommentar
Im Sommer 2008 attackierte Punk-Legende John Lydon auf einem spanischen Festival den farbigen Sänger Kele Okereke verbal und körperlich. Der zeigte sich sichtlich schockiert, gehörten die Sex Pistols doch zu seinen großen Helden. Zufällig handelt auch <I>Intimacy</I> von Gewalt, doch der Frontmann erzählt darüber hinaus von seinem Innenleben, von Ängsten, Trennungen, Frust, Sehnsucht. Entsprechend vielfältig ist auch die Musik der Band aus London, die die Hürde des vermeintlich sehr schwierigen dritten Albums locker meistert. Der Titel mag sanfte Klänge suggerieren, aber Bloc Party schmeißen Rock-Böller, traktieren einen mit zappeligen, fast nervigen Elektro-Klänge und streicheln die geschundene Seele. Schon der Eröffnungssong ?Ares? - benannt nach dem griechischen Gott des Massakers und Blutbades - ist eine Sound-Attacke, die klingt, als sausen einem Hubschrauber, Kreissäge und Sirenenfahrzeug durchs Hirn. Es folgt mit dem aufgedrehten ?Mercury? noch eine mythologische Figur, denn Merkur ist der römische Gott der Händler und Diebe. So aggressiv der rasante Start in das überzeugende <I>Intimacy</I> auch ist, so sehr kippt die Stimmung nach dem fiebrigen ?Trojan Horse?. Die wütenden Gitarren machen wie in dem deutlich von Steve Reich beeinflussten ?Signs? Platz für Keyboards und Glockenspiel, ?Zephyrus? wird von Break-Beats und Chören bestimmt. ?Better Than Heaven? und auch das finale ?Ion Square? könnten nicht nur fast von Depeche Mode stammen, sie bilden auch Kontrapunkte zu zum aufwühlenden Beginn von <I>Intimacy</I>. -- <I>Sven Niechziol</I>
Titelliste
Tracks
- 1 Ares
- 2 Mercury
- 3 Halo
- 4 Biko
- 5 Trojan Horse
- 6 Signs
- 7 One Month Off
- 8 Zephyrus
- 9 Talons
- 10 Better Than Heaven
- 11 Ion Square