Kommentar
Sie sind wieder da, die Freibeuter der Rock-Meere, spinnerte Songschreiber mit der Narrenkappe auf dem Kopf, dem Schalk im Nacken und dem Freifahrtschein in der Tasche: Ween. Schon im Sommer 2007 deuteten sie mit der EP The Friends an, dass sie einmal mehr dabei sind, Absonderliches, Schrulliges und Abenteuerliches auszuhecken. Genau so kommt es ein paar Monate später auf La Cucaracha, denn die beiden Freigeister des musikalischen Irrsinns zünden ein Feuerwerk der durchgeknallten Ideen. Ob ungepflegter Jazz, hemmungsloser Dancefloor, überdrehter Country, verrauchter Reggae oder verschwurbelter Indie-Rock, die zwei Nicht-Brüder Dean & Gene aus New Hope / Pennsylvania treiben es inklusive einiger textlicher Boshaftigkeiten wunderbar bunt. Auffällig an dem Album mit dem übersetzten Titel „Küschenschabe“ bzw. „Kakerlake“ sind neben einigen sensiblen, melancholischen Tracks wie „Object“, dem wunderschönenm „Spirit Walker“ und insbesondere der liebevollen Pianonummer „Lullaby“ die vielen Up-Tempo-Stücke und Gassenhauer, allen voran „Fiesta“ und „Friends“. Nach eigenen Aussagen von Dean fanden nur dreizehn von 50 Songs den Weg auf La Cucaracha, das in einem 200 Jahre alten, verschimmelten Farmhaus entstand. Eine Atemwegsinfektion soll er davongetragen haben. Kinder und Hunde bekamen Hausverbot und Dean wünschte sich, dass ein Bulldozer die Bude abreißt. Ansonsten war die Stimmung prächtig, und das glaubt man ihnen sofort. --Sven Niechziol
Titelliste
Tracks
- 1 Fiesta
- 2 Blue balloon
- 3 Friends
- 4 Object
- 5 Learnin' to love
- 6 My own bare hands
- 7 The fruit man
- 8 Spirit walker
- 9 Shamemaker
- 10 Sweetheart in the summer
- 11 Lullaby
- 12 Woman and man
- 13 Your party