Kommentar
Nach Jahren wilder Experimente wirkt Wilcos sechstes Studioalbum nun vielleicht etwas unspektakulär: Sky Blue Sky ist entspannt, leicht melancholisch und vergleichsweise arm an Stilwechseln. Die CD beginnt mit freundlichem Gitarrengeklingel und schlichten Worten aus dem Mund von Jeff Tweedy: „Maybe the sun will shine today, the clouds will blow away.“ Sogar die sarkastische Pointe danach bleibt aus. Ob die rastlose Truppe aus Chicago sich auf ihre Wurzeln in sanfter Americana-Musik besonnen hat? Oder steckt hinter dieser plötzlichen Neuorientierung die bisher mutigste Entscheidung in der Karriere der Formation? Ein Großteil des Materials wurde von allen Bandmitgliedern gemeinsam im Studio geschrieben; herausgekommen ist dabei Wilcos zweifellos homogenstes Werk seit Langem, ein stimmiger Songzyklus, garniert mit filigraner Gitarrenarbeit, gestreicheltem Schlagzeug und 70er-Jahre-Softrock-Akzenten. Stellenweise klingt das Album wie die Wings („Hate It Here“), dann wieder wie Harry Nilsson („Walken“) oder wie Grateful Dead ("Shake It Off"). Und trotzdem hört man Wilco deutlich an, dass sie sich nun endlich wohl in ihrer Haut fühlen. Mit Sky Blue Sky hat die Band ihre jugendliche Sturm- und Drangphase abgeschlossen. --Aidin Vaziri
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Titelliste
Tracks
- 1 Either Way
- 2 You Are My Face
- 3 Impossible Germany
- 4 Sky Blue Sky
- 5 Side with the Seeds
- 6 Shake It Off
- 7 Please Be Patient with Me
- 8 Hate It Here
- 9 Leave Me (Like You Found Me)
- 10 Walken
- 11 What Light
- 12 On and On and On