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B
Band

Barclay James Harvest

England gegr. 1976
3 Alben
Biografie
Barclay James Harvest, 1967 in Manchester, England, mit einem Phantasienamen aus den lokalen Formationen Wickeds und Keepers gebildet, «produzierten wohl mit die makelloseste und komplexeste Musik, die aus den ansonsten nicht sehr erfolgreichen Klassik-Rock-Fusionen hervorgegangen ist» (?Melody Maker?). Stewart «Woolly» Wolstenholme (kb, voc), geboren am 15. April 1947 in Oldham, Lancashire, John Lees (g, voc), geboren am 13. Januar 1947 in Oldham, Les Holroyd (bg, voc), geboren am 12. März 1948 in Bolton, Lancashire, Mel Pritchard (dr), geboren am 20. Januar 1948 in Oldham, ließen in ihren elektronisch schöngefärbten schwermütigen Rock-Etüden esoterische Sphärenklänge à la Pink Floyd aufklingen, gaben sich im lyrischen Überschwang so kosmisch-schwelgerisch wie die Moody Blues und verschmähten auch nicht Folk-Balladen im Stil der Beatles. Wolstenholme setzte dazu die Effekt-Apparatur des Mellotrons ungemein virtuos ein und reicherte auch konventionelle Spielvorlagen mit reizvollen Soundmustern an. Gelegentlich trat das Quartett live mit einem 60-Personen-Orchester auf und brachte seine Hits Mockingbird, Hymn For The Children, Child Of The Universe im sinfonischen Panorama-Klang zu Gehör. Die stilistische Verzettelung, vom Ensemble als Vielseitigkeit ausgegeben, verhinderte zunächst jedoch eine Massen-Akzeptanz und brachte, vor allem in Großbritannien, hämische Kritiken ein. Ins Mainstream-Exil nach Amerika mochten die Musiker aus prinzipiellen Gründen nicht gehen: «Die gesellschaftlichen Verhältnisse dort rechtfertigen einen solchen Schritt nicht im geringsten» (Lees). Statt dessen wich die Gruppe, 1979 um Wolstenholme vermindert, nach Kontinental-Europa aus. «Sie müssen nun im Ausland auf Tournee gehen, wo die Einheimischen denken, die Band sei immer noch hip und frisch», höhnte der ?Melody Maker? Anfang der achtziger Jahre dem «abgewrackten Unternehmen» hinterher. Vor allem in Deutschland erspielte sich Barclay James Harvest eine treue Fangemeinde, die im August 1980 mit einem «Concert For The People» vor dem Berliner Reichstag belohnt wurde. ?Rolling Stone? wußte, warum das Trio nie den Aufstieg zum Weltruhm geschafft hatte: «Im Prinzip machen sie alles richtig, aber sie haben keine mitreißende Imagination und kein überzeugendes Präsentationstalent.» Davon ließ sich das um die Keyboarder Kevin McAlea und Colin Browne verstärkte Trio nicht beeindrucken und verfolgte kompromißlos den eingeschlagenen Weg. Während die Band auf dem Kontinent stets Gold- und Platin-Platten einheimste, gelang es ihr im Laufe der Jahre, auch in der Heimat ein beständiges Publikum aufzubauen: 1992 gab Barclay James Harvest anläßlich des 25jährigen Bestehens der Band immerhin 26 Konzerte auf der britischen Insel.