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Band
Beastie Boys
4 Alben
Biografie
Beastie Boys, 1982 in New York gegründet, nannten mit einiger Berechtigung MCA (Master of Ceremonies Adam) Adam Yauch (voc), am 15. August 1967 in Brooklyn, New York, geboren, Mike D (voc), als Michael Diamond am 20. November 1965 in New York geboren, und King Ad-Rock (voc), als Adam Horovitz am 30. Oktober 1966 in Manhattan, New York, geboren, die Band, mit der sie anläßlich Yauchs 15. Geburtstag auftreten wollten; Horovitz hatte musikalische Erfahrungen in der Band Young And The Useless gesammelt. Ebenfalls anwesend: Kate Shellenbach und John Berry. Aus dem Party-Spaß wurde Ernst, die Beastie Boys, zunächst eine laute Punk-Band, nahmen mit Pollywog Stew noch im gleichen Jahr ihre erste EP auf. Shellenbach und Berry verließen kurz danach die Band. Zum Trio geschrumpft, sahen sich Yauch, Horovitz und Diamond gezwungen, mangels eigener Gesangsfähigkeiten es den Schwarzen New Yorks nachzutun: Sie wandelten einige ihrer Songs, darunter das sexuell eindeutige Cookie Puss, zum Rap um und waren mit diesem aus der Not geborenen Einfall die erste weiße Crossover Rap-Gruppe. Sie engagierten den Discjockey DJ Double RR (hinter dem Namen verbarg sich der spätere Def Jam-Label-Chef Rick Rubin), ersetzten ihn aber bald durch DJ Dr. Dre. Beinahe über Nacht machte das weiße Trio mit schwarzer Musik Karriere: Rubin nahm sie für Def Jam unter Vertrag, für einige Madonna-Konzerte wurden sie als Vorgruppe engagiert. Ihr Aussehen - überweite Jeans, Baseball-Mützen, dicke Goldketten und schrankartige Sweatshirts - wurde allenthalben nachgeahmt. Die Kiss-Fans aus gutbürgerlichem Elternhaus der jüdischen Gemeinde New Yorks nahmen ihre ersten Rap-Singles auf und machten mit unflätigen Bühnenshows von sich reden: Sie tranken in Unmengen Bier, spritzten es über ihre Zuhörer und ließen in einem Käfig eine spärlich bekleidete Frau zu ihren harten Beats tanzen. Zwar brauchten sie Monate, um die erste LP fertigzustellen, doch war License To Ill (1987) das erste Rap-Album, das auf den ersten Platz der amerikanischen LP-Hitparade kam. Rubins Einfall, unter die Rap-Tiraden Hard Rock-Riffs, etwa von Led Zeppelin, und Heavy Metal-Sounds zu legen, erwies sich nicht nur als kassenträchtig, sondern auch als prototypisch für das Genre. Das hedonistische Revolutionsgehabe - Fight For Your Right (To Party) - der Beastie Boys wurde bald als aufgesetzt empfunden, vielmehr benahmen sie sich wie «Tick, Trick und Track, betrunken auf ihrer ersten Klassenparty» (?Der Spiegel?). Drei Jahre später hatten sie sich ausgetobt: Paul's Boutique (1989) war nur noch milde sexistisch und nicht gewalttätiger in seinen Texten als beliebige schwarze Rapper, in der Musik aber vielschichtig und interessant. Formationen wie Public Enemy hatten die bösen Buben inzwischen längst hinter sich gelassen. War Paul's Boutique dennoch ähnlich erfolgreich wie Licensed To Ill, kam Check Your Head (1992), mit dem die Beasties wieder zu den Stilmitteln des ersten Albums zurückzukehren versuchten, nicht an diese Erfolge heran. Inzwischen hatten sich die Interessen der «postmodernen Clown-Prinzen» (?New York Times?) verlagert: Sie betrieben das eigene Plattenlabel Grand Royal, auf dem sie in den folgenden Jahren ein heterogenes Repertoire von Individualisten aus aller Welt versammelten: die Damentruppe Luscious Jackson, den Urban-Folkie Ben Lee und den Beatles-Sprößling Sean Lennon, den Disco-Pop von Buffalo Daughter aus Japan ebenso wie den Krawall-Techno-Künstler Alex Empire aus Berlin. Dazu brachten sie unter dem gleichen Namen ein alle paar Monate erscheinendes Magazin mit Lifestyle-Themen sowie Interviews überwiegend mit musikalischen Sidemen heraus und beteiligten sich an der Designer-Modemarke X-Large. «Die Grundregel ist, Dinge zu tun, die glücklich machen und am Ende funktionieren», erklärte Mike D. «Was immer die Beastie Boys tun, mit sich spazierentragen oder auch bloß gut finden - es gilt als cool», beobachtete ?Der Spiegel?: «Ihr Name ist ein Markenzeichen der Popkultur in den Neunzigern geworden.» Sie lebten mit ihren Ehefrauen mittlerweile in Kalifornien, weitab von New Yorker Straßen-Gangs und Drogen-Banden. Horovitz hatte eine Karriere als Filmschauspieler aufgenommen, Yauch war zum Buddhismus konvertiert. Ill Communication (1994), das Ergebnis der Läuterung dieses «coolsten Nonkonformisten und Eklektizisten» (?Rolling Stone?), sprang in den US-Charts in der ersten Woche auf Platz eins und war wieder weltweit ein Bestseller. 1995 wurde unter dem Titel Root Down eine EP mit zehn Live-Versionen der Ill Communication-Songs nachgeschoben, 1996 das Mini-Album The In Sound From Way Out! mit Live-Tracks derselben Lieder sowie Instrumentals von einer Australien-, Neuseeland- und Südostasien-Tournee, die zuerst der Fanclub in Frankreich veröffentlicht hatte. Im Mai 1996 fungierten die Beastie Boys in San Francisco als Gastgeber des ersten von mehreren «Tibetan Freedom Concerts», die sie in den nächsten Jahren auch in anderen US-Städten veranstalteten. So viele prominente Acts von Beck, Björk und den Fugees bis zu den Smashing Pumpkins und Sonic Youth nahmen daran teil, daß sie der Musikjournalist Thomas Weiland zu Ereignissen hochstilisieren konnte, bei denen «die letzten maßgeblichen Bands aus der unübersichtlichen Alternativ-Szene der USA eine Gemeinsamkeit zelebrieren können, die Zuhörern das Gefühl vermittelt, im Musiktreiben der Staaten gäbe es doch mehr als butterweichen R&B und Sub-Alanis-Gekeife». Als MCA, Mike D und Ad Rock im Sommer 1998 auf Europas Mammut-Rockfestivals erschienen, um die Gefolgschaft auf ihr neues Album Hello Nasty vorzubereiten, wurden sie von ein paar hunderttausend Fans «als Heilsbringer» (?Der Spiegel?) gefeiert. Die CD sprang in allen maßgeblichen Musikmärkten sofort auf Platz eins, «ein psychedelisches Pop-Meisterwerk» (?Rolling Stone?). Kritiker bejubelten die Beastie Boys als «ein leuchtendes Beispiel dafür, wie Popbands sich entwickeln sollten» (?Q?). «Nie waren sie cleverer, witziger, radikaler oder spannender», urteilte der ?New Musical Express?. Nur Neil Strauss in der bedächtigen ?New York Times? wandte vorsichtig ein: «They may be too smart to fail these days, but they are also too smart to be a phenomenon again ... On Hello Nasty, there is probably something for everyone, but there is probably no one whom everything is for.» Immerhin bescheinigte er dem mixtum compositum aus Hip Hop, Funk, Soul, Jazz, TV-Moderationen, Punk-Vignetten, Ramones- und Circle Jerks-Zitaten, Crash-Elektronik und bizarrem Knistersound «bewunderswerten Geschmack». Am Ende des Jahres, als die Gruppe beim Poll der Branchenbibel ?Billboard? unter den Pop Acts mit weitem Abstand ganz vorn lag, resümierten die ?Rolling Stone?-Redakteure in Hamburg: «Käufer und Kritiker waren sich eins: '98 gehörte den Beastie Boys.» Das war nun schwerlich zu überbieten, allenfalls zu ergänzen. Die nunmehr «politisch korrekten Repräsentanten ihrer Generation» (?Rolling Stone?) taten es, indem sie für die Anthologie The Sound Of Science (1999) in 42 Tracks sämtliche Highlights ihrer 18jährigen Band-Geschichte mit Outtakes, Raritäten (z.B. aus einer C&W-Session von 1998), Live-Versionen sowie drei neuen Songs verschnitten: Nachhilfeunterricht für die nächste Publikumsgeneration. Er wolle «Kids sehen, die den Computer rocken können, die aber auch den erstaunlichsten, schönsten Krach aller Zeiten zustande bringen», erklärte Michael Diamond alias Mike D: «Ich habe die Wunschvorstellung einer Generation von Kids, die genau das tun. Für mich wäre das die Zukunft der Musik.» Für 18 US-Dollar konnten sich die Kids bereits aus 150 Titeln ihre eigene Beasties-Anthologie zusammenstellen - im Internet unter www.musicmaker.com.