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Foto: Bush
Band

Bush

England gegr. 1992 Website
3 Alben
Biografie
Bush, 1992 im Westen Londons gegründet, widerstanden als eine von wenigen Rock-Bands der britischen Insel auf Dauer den Versuchungen des Britpop. Ihr Songkonzept war eher an amerikanische Grunge- und Crossover-Modelle angelehnt. Kein Wunder, daß «die Grunge-Granate mit besonderer Sprengkraft aus dem Vereinigten Königreich» (?WOM Journal?) in den USA auf weit mehr Resonanz stieß als in ihrer Heimat. Gavin Rossdale (voc, g), geboren am 30. Oktober 1964, Nigel Pulsford (g, vorher King's Blank), geboren am 11. April 1964, Dave Parsons (bg, vorher Transvision Vamp), geboren am 2. Juli 1965, und Robin Goodridge (dr), geboren am 10. September 1965, nannten sich zunächst Future Primitives, bevor sie die Abkürzung des Londoner Stadtbezirks Shepherd's Bush zum Bandnamen erkoren. Zwei Jahre lang fristete die Band ein unbeachtetes Dasein in winzigen Londoner Clubs, ohne selbst bei Indie-Labels auch nur das leiseste Interesse auszulösen. Ende 1994 fiel ein Demo-Tape der Gruppe in die Hände des Radio-DJ Gary Crowley, der es an die Interscope-Tochter Trauma weiterreichte. Das Label hypte die Band in den USA mit aller Kraft, so daß noch vor Veröffentlichung der Debütplatte Sixteen Stone (1995) der Song Everything Zen in die Rotation mehrerer Radiostationen gelangte. Die amerikanische Öffentlichkeit war so gespannt auf das Album, daß davon sofort nach der Veröffentlichung mehr als eine Million, insgesamt sogar sieben Millionen Einheiten abgesetzt wurden. «Obwohl der Bush-Sound sich eindeutig an allen Parametern des eigentlich ja schon totgesagten Grunge-Stils orientiert, dröhnt das Album frisch und zeitgemäß aus den Boxen» (?WOM Journal?). Verkaufszahlen, die selbst die von Oasis in den Schatten stellten, machten Bush in den USA zu den erfolgreichsten britischen Musikern seit mehr als zehn Jahren. In England wurden sie unterdessen als vermeintliche Nirvana-Epigonen weitgehend ignoriert. Der Vorwurf war nicht unbegründet, denn nicht zufällig stellte sich der Erfolg von Bush exakt ein Jahr nach dem Freitod Kurt Cobains ein. Den trauernden Nirvana-Fans war Bush «längst kein Ersatz, auch keine Entschädigung, doch immerhin ist es dieser bestimmte, eigentümliche Sound, der behagt. Bush machten die Musik, die wir seit einiger Zeit schmerzlich vermißten» (?Visions?). Um die Erfahrungen ihrer auf das Album folgenden Tourneen zu konservieren, holten sie für ihr zweites Longplay Razorblade Suitcase (1996) den Produzenten Steve Albini ins Studio. Stilistisch schloß die Platte an ihren Vorgänger an. «Noch immer zelebrieren die amerikanophilen Briten ihren rifflastigen Post-Grunge-Rock der Marke Smells like Nirvana» (?Intro?). Sowohl mit dem Album, das fünfmillionenmal über den Ladentisch ging, als auch mit der Single-Auskopplung Swallowed konnte Bush in den USA weitere Top-Positionen in den Charts verbuchen. Um dem Vorwurf der Eingleisigkeit entgegenzutreten, veröffentlichte die Band 1997 das Album Deconstructed, auf dem Künstler wie Tricky oder Goldie, die eher im Dance- und Electro-Bereich zu Hause waren, Bush-Hits remixten. Erstaunlich war der zusammenhängende Charakter der aus völlig verschiedenen Händen stammenden Remixe, die einmal mehr die melodische Kraft des Grund-Materials herausstellten. Auf einer Südamerikatournee verletzte sich Rossdale bei einem Handgemenge die Hand und wurde vorübergehend an der Gitarre von Band-Techniker Dale Meekins ersetzt. 1999 traten Bush als Headliner der ersten Nacht des Festivals zum 30jährigen Woodstock-Jubiläum an. Wenig später erschien mit dem im abgeschiedenen irischen Eyre produzierten The Science Of Things das dritte reguläre Bush-Album, das nahtlos an das erfolgreiche Konzept der ersten beiden Platten anschloß und «sich verkaufte wie geschnittenes Brot» (?Tip?). Auf der anschließenden Tour stockte Ex-Helmet-Gitarrist Chris Traynor die Band zum Quintett auf. Kurze Zeit später erklärte Nigel Pulsford seinen Ausstieg, den er mit Solo-Plänen begründete. Golden State (2001) erschien demzufolge wieder im gewohnten Quartett-Format.