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C
Band

Counting Crows

USA gegr. 1991 Website
1 Album
Biografie
Counting Crows, 1991 in San Francisco gegründet, wirkten mit bodenständigem Gruppenklang und handwerklich gediegenen Songs wie eine Reinkarnation von The Band. Die getragenen, melancholischen Hammondorgel-Klänge, die akustischen Gitarren und das träge Laid Back-Schlagzeug hätten sich aber ungehört in den Weiten Amerikas verloren, gäbe es nicht MTV: Der Musiksender nahm sich der Songs von Adam Duritz und seiner traditionsbewußten Band an und ließ ihnen «heavy rotation» angedeihen. Unablässig über die Bildschirme flimmernd, erreichte die Band bald den gewünschten Popularitätsgrad und kommerziellen Erfolg. Für die erste LP August And Everything After (1993) sackten die Counting Crows gleich mehrfach Platin-Auszeichnungen ein, mehr als sechs Millionen Exemplare wurden verkauft. Duritz (voc, p), geboren am 1. August 1964 in Baltimore, war in der Folk-Scene der Bay kein Unbekannter: Zusammen mit David Bryson (g, voc), geboren am 5. November 1961, war er im Duo aufgetreten. Auf der Suche nach neuen musikalischen Möglichkeiten verbreiterten Duritz und Bryson die instrumentale Basis und nahmen Matt Malley (bg, voc), geboren am 4. Juli 1963, Charlie Gillingham (org, p, acc), geboren am 12. Januar 1960 in Torrance, Kalifornien, und Steve Bowman (dr), geboren am 14. Januar 1967, hinzu - mit Gewinn: Vor allem die Klangfarbe der Hammondorgel Gillinghams stellte den Widerpart zu Duritz' narrativem, manchmal auch nörgeligem Gesang dar. Wenn der Sänger schwieg, löste sich die Orgel aus dem Hintergrund und vollendete, was der Sänger unausgesprochen ließ. Für August And Everything After (1993) hatte die Band den Wegbegleiter Dylans, T-Bone Burnett, gewinnen können, Maria McKee und Mark Olson von den Jayhawks hatten Background gesungen. Songs wie Round Here, Mr. Jones, Perfect Blue Buildings erinnerten an den frühen Van Morrison. Als Morrison 1993 in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen wurde, sprangen die Counting Crows für den schüchternen Iren ein und absolvierten statt seiner den obligatorischen Konzertauftritt, angekündigt von einem begeisterten Robbie Robertson. «Wir alle möchten große Stars sein, aber wir wissen nicht, warum, und wir wissen nicht, wie», hatte Duritz in Mr. Jones gesungen. Der rastagelockte Sänger jüdisch-russischer Abstammung war wenige Monate nach Veröffentlichung von August And Everything After ein Star und genoß es in vollen Zügen - bald eilte ihm der Ruf eines Don Juan voraus. Seine Beziehungen zu Frauen münzte er in Songs um: Anna Begins, Goodnight Elizabeth. «Ich bin mir nicht sicher», philosophierte er, «ob ich überhaupt existiere, ich sehe das Leben als einen Gespensterreigen an.» So kreisten seine Songs zumeist um seine Befindlichkeit: «Ich nehme mein Leben», analysierte er, «und verfüttere es an eine Karriere. Ich habe kein Leben, sondern eine Karriere.» Nach August And Everything After nahm Duritz, der sich uneingeschränkt als Chef fühlte, Dan Vickrey (g), geboren am 26. August 1966 in Walnut Creek, Kalifornien, in die Band; Bowman wurde durch Ben Mize (dr), geboren am 2. Februar 1971, ersetzt. Der zweite Gitarrist verschob den Gruppen-Sound zugunsten der Saiteninstrumente. Auf der LP Recovering The Satellites blieb der Orgel kaum mehr als eine wichtige Nebenrolle, Gillingham wich gelegentlich auf das Mellotron aus. Wie für die erste LP hatte die Band auch für Recovering The Satellites in Hollywood ein Haus zum Leben und Arbeiten gemietet. Duritz zog nicht mit ein, Produzent Gil Norton hielt ihn auf Distanz. Musikalisch knüpfte ohnehin Bryson die Fäden. «Ich schreibe nur ein paar Akkorde auf, Song-Skelette», behauptete Duritz, «die Band bringt das Ganze in Gang. Sie macht die Songs dunkler und zerbrechlicher.» Das Doppelalbum Across A Wire - Live In New York (1998) wurde aus zwei Auftritten mit unterschiedlichem Charakter zusammengestellt, die auch auf Video vorlagen. Für das Programm ?Storytellers? des TV-Senders VH 1 musizierte die Band im August 1997 unplugged ausschließlich akustisch, für ?Live From The 10 Spot? auf MTV elektrisch verstärkt. Aber das war nur ein Abstecher in die Großstadt. Gleich anschließend ging's wieder zurück in die Landkommune nach dem Muster von Big Pink und The Band: This Desert Life (1999) entstand wieder in einem gemieteten Haus, «das aussah, als ob es in den 70ern einem Pornoregisseur gehört hätte». Adam Duritz legte sich gleich ins Bett: «In der Phase des Einschlummerns sind mir viele Ideen gekommen.» Lieder zum Einschlafen eben, oder - so Jörg Feyer in ?Tip? - «Schlaflieder für Jammerlappen». 2002 erschien mit Hard Candy eine weitere Kollektion von Songs, die niemanden störte, die aber auch längst niemand mehr brauchte.