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C
Band

Crash Test Dummies

Kanada gegr. 1988 Website
1 Album
Biografie
1988 in Winnipeg, Kanada, gegründet, sangen vom eigenen Begräbnis, von Weisheitszähnen, die nicht für Weisheit sorgen, sannen am Busen der Freundin über einen Gott nach, der Tornados und Eisenbahnunglücke zuläßt, und stellten banale Fragen: «Gibt es im Himmel was zu essen? Werden dort auch die Haare geschnitten?» Die ironisch gemeinten Texte, eingehüllt in sanfte Folk Rock-Klänge, bemühten sich nicht von ungefähr um Philosophisches: Crash Test Dummies-Oberhaupt Bradley Kenneth «Brad» Roberts (voc, g), am 10. Januar 1964 im kanadischen Winnipeg geboren, hatte in seiner Heimatstadt Englische Literatur und Philosophie studiert und bereitete sich nach seiner Promotion auf eine Universitätslaufbahn vor. Zum Ausgleich spielte er allwöchentlich mit einigen Freunden im Blue Note Cafe Country-Songs, Irisches, verulkte Alice Cooper-Songs, mischte aber auch eigene Kompositionen darunter. Die Gruppe um Roberts, die sich nach den in der Autoindustrie verwendeten Testpuppen Crash Test Dummies nannte, erspielte sich in der Besetzung Brad Roberts, seinem Bruder Dan Michael Roberts (bg), geboren am 22. Mai 1967 in Winnipeg, Benjamin Darvill (mand, harm, g), geboren am 15. September 1960 in Selkirk, Kanada, und Ellen Lorraine Reid (kb, voc), geboren am 12. April 1966 in Selkirk, schnell die Gunst des Clubpublikums. Ihre erste LP The Ghosts That Haunt Me bescherte den Crash Test Dummies in Kanada auf Anhieb Platin, der ausgekoppelte Superman's Song erreichte Top-Positionen in den kanadischen Charts. Auch außerhalb Kanadas gewannen sie das Publikum für ihre häufig getragenen Melodien, den eigenwilligen Arrangements und Roberts' phantasievollen, makabren Texten, die der Sänger mit tiefer Stimme bedächtig aus seinem Mund wälzte. Mit Mitch Dorge, geboren am 15. September 1960 in Winnipeg, fand die Band endlich einen ständigen Drummer für die geplante zweite LP, mit Jerry Harrison, dem früheren Keyboard-Spieler der Talking Heads, den geeigneten Produzenten. Tagelang fahndete Roberts in Harrisons umfangreicher Klangbibliothek nach ausgefallenen Sounds. Als 1994 God Shuffled His Feet veröffentlicht wurde, hatte er sein Song-Rezept perfektioniert: Hintergründige Texte ließ er von der Band in süffigen Wohlklang einhüllen, Mandoline, Harmonium, weiche Baßtöne, akustische Gitarren und ausgefeilter Harmoniegesang prägten das Klangbild. Wenn die Fans auch begeistert die Platte mit dem witzigen Cover aufnahmen (in Tizians Gemälde «Bacchus und Ariadne» waren die Porträts der Musiker einmontiert), so mäkelte die Presse: «Was auf den ersten Blick wie ein großartiges, seltsames Pop-Album klingt, zeigt sich bald als leichte Kost, die man getrost vergessen kann. Den Crash Test Dummies fehlt einfach die Klugheit oder der Stil, über langweiligen Middle of the Road-Pop hinauszukommen» (?Vox?). Roberts charakterisierte den soften Rock seiner Band und
Songs wie Afternoons & Coffeespoons, MMM MMM MMM MMM weniger aufgeregt: «Wir lassen uns von vielen verschiedenen Stilen inspirieren und hoffen, daß eine ungewöhnliche Mischung dabei herauskommt. Wir versuchen Dinge mit Humor nebeneinanderzustellen, die so bisher noch nicht in Verbindung gebracht worden sind.» Für A Worm's Life (1997), von den Roberts-Brüdern und Dorge produziert, erhielt die Band ihr Konzept der wohlklingenden Skurrilität, doch fehlte dem Album ein Hit wie MMM MMM MMM MMM. Nach Give Yourself A Hand (1999) war endgültig klar, dass die Crash Test Dummies zur Species des One Hit Wonders gehörten. Brad Roberts zog die Notbremse und begann eine Solo-Karriere. Seine CD Crash Test Dude (2000) war jedoch konzeptionell zu dich an die Dummies angelehnt, um eine Wende einzuleiten. Nach einem Autounfall vereinte er sich mit seiner Band und nahm I Don't Care That You Don't Mind (2001) auf. Von der Öffentlichkeit weitgehend unbeachtet, erschien ein Jahr später Jingle All The Way (2002).