Band
Creedence Clearwater Revival
3 Alben
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Ø meine Bewertung:
90 %
sehr gut
Biografie
1963 in der Portola Junior High School von El Cerrito bei San Francisco von John Fogerty (voc, g, p, ts, dr, harm) zunächst nur als Partyband ins Leben gerufen, versuchte von 1967 an stets, «Treffer zu landen und auf einer Langspielplatte so viele Hits unterzubringen wie möglich». Diese Repertoirepolitik brachte der Band in fünf Jahren sieben Goldene LPs und acht Goldene Singles mit einem Gesamtumsatz von mehr als 100 Millionen Mark ein: John Fogerty, geboren am 28. Mai 1945 in Berkeley, Tom Fogerty (g), geboren am 9. November 1941 in Berkeley, Stu Cook (bg), geboren am 25. April 1945 in Oakland, Doug «Cosmo» Clifford (dr), geboren am 24. April 1945 in Palo Alto, Kalifornien. Mit hartem, rustikalem Blues und der schönen Primitivität des Rock'n'Roll war die vielfach ausgezeichnete Gruppe 1969/70 Nummer eins in Amerika. In der wöchentlich publizierten ?Billboard?-Liste «Hot 100» wurde CCR 1969 - mit weitem Abstand vor den Beatles - insgesamt 110mal genannt; das bedeutet: Jede Woche waren durchschnittlich zwei Stücke der Band, die «weniger als jede andere auf Kult, Charisma und Extravaganz setzte» (?Rolling Stone?), unter den Hits. Das Extravaganteste an den vier Musikanten war wohl ihr Name: Creedence war eine Verbindung der Wörter «creed» (Glaube) und «credence» (Vertrauen); Clearwater, inspiriert von einer Bierreklame im Fernsehen, sollte «etwas Tiefes, Wahres, Reines in unserer Musik» symbolisieren; Revival bedeutete «Wiedergeburt oder Neubeginn». Einen Neubeginn hatten die Musiker 1967, nach John Fogertys Militärdienst, in der Tat nötig. Bis dahin nämlich, bis sie in einem Waldhaus in den kalifornischen Bergen ein neues Repertoire einstudierten, war der Stil der vier Schulfreunde «nichts weiter als ultraweiße Mickymaus-Musik» (Fogerty). Mit 13 hatten sie in weißen Dinnerjacken, mit akkurat gebundenen Krawatten als Blue Velvets bei Schülerfesten und Tanzstundenbällen aufgespielt. Später stülpten sie sich komische Hüte auf den Kopf und nannten sich The Golliwogs. Und wenn in den Kleinstadtkneipen und Ausflugslokalen, wie meist, kein Mikrofon zur Hand war, brüllte Sänger Fogerty die beliebtesten Schlager so laut, daß sein Organ auch im Gläserklirren und Stimmengewirr zu hören war. Das Training kam ihnen nach der Wiedergeburt zugute. Fogerty sang so durchdringend, die Band rockte so kräftig, daß ihre Musik selbst im billigsten Transistorradio noch akzeptabel klang. Bei ihnen war von Politik, Sex und Drogen kaum einmal die Rede. Sie schilderten, freilich mit bedrohlichen Untertönen, das Amerika von Mark Twain: den alten Raddampfer Proud Mary auf dem Green River Mississippi, die Fischer und Ochsenfrösche des Ohio und den «bösen Mond», der über den Pinien- und Mangrovensümpfen Louisianas scheint. Bis die Musiker im Herbst 1972 auseinandergingen, um solistisch zu arbeiten (Tom Fogerty war schon 18 Monate vorher ausgestiegen), arbeiteten sie in einem ehemaligen Lagerhaus in Berkeley zusammen, das in ein «Hauptquartier» mit Büros, Studios, Farbfernsehgeräten, Coca-Cola-Automaten, einer Basketballhalle und Parkräumen für ihre Porsches umgewandelt worden war. «Ich sehe», pflegte der Millionär John Fogerty zu erklären, «die Welt noch immer durch die Augen des Proletariats. Wer nur an die Moneten denkt, dem fällt musikalisch und textlich überhaupt nichts mehr ein.» Sein Soloalbum Hoodoo gab er eine Woche vor dem geplanten Erscheinungstermin im Mai 1976 plötzlich nicht zur Veröffentlichung frei, weil er mit dem Musikgeschäft nichts mehr zu tun haben wollte, und zog sich mit seiner Familie auf eine Farm in Oregon zurück. Tom Fogerty versuchte 1978 mit der Band Ruby einen zweiten Start, nahm mehrere Soloalben auf und verbrachte den größten Teil seines verbleibenden Lebens als Immobilienmakler auf Hawaii. Er starb nach einer langwierigen Tuberkulose am 6. September 1990 in Scottsdale, Arizona. Stu Cook wurde Plattenproduzent. Cosmo Clifford formierte mit Chris Solberg von Santana und Louis Ortega von Doug Sahm ein kaum beachtetes Trio.1963