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Foto: Dire Straits
Band

Dire Straits

England gegr. 1977–1995 Website
2 Alben
Biografie
1977 in London gegründet, präsentierten in allgemein gefälliger Spielweise Filme für die Ohren, die der ehemalige Journalist und ausgebildete Pädagoge Mark Knopfler aus der Erlebnissphäre seiner Nachbarschaft in Süd-London, aus zufälligen Begegnungen in der U-Bahn oder mitgehörten Gesprächen an der Supermarktkasse auf Songformat komprimierte. Knopfler (voc, g), am 12. August 1949 in Glasgow, Schottland, als Sohn eines aus Ungarn emigrierten Architekten geboren, sein Bruder David (g), am 27. Dezember 1952 in Glasgow geboren, Freund John Illsley (bg), am 24. Juni 1949 in Leicester geboren, und Session-Drummer Pick Withers bildeten die erste Dire Straits-Formation, die 1978 ihr Debütalbum herausbrachte und mit Sultans Of Swing «einen der klassischen Songs der 70er Jahre» (?Billboard?) ablieferte. Die Hommage an eine Dixielandband aus einem Vorort-Pub Londons enthielt alle akustischen Kennmarken des später millionenfach verbreiteten Dire Straits-Sounds: in einem Dylan-ähnlichen Sprechgesang dahingemurmelte Vocals, sparsame Gitarrensoli, die Tiefgründigkeit vermuten lassen, sacht federnder Druck von der Rhythmusgruppe, eher angedeutete als ausgeführte Melodien. «(Knopfler) ist ein Filigran-Arbeiter, kein expressiver Gitarrero; seine Musik rockt nicht - sie rollt» (?Der Spiegel?) und erinnerte in ihrer Lässigkeit und Flüssigkeit des Spiels an J. J. Cale. «Wie Cale», erkannte der ?New Musical Express?, «repräsentiert Knopfler einen amerikanischen Archetypus - den stillen, starken Helden.» - «Seine kühlen, seidigen Stratocaster-Soli» (?Rock?), an Django Reinhardt und B. B. King gleichermaßen orientiert, «sind so gut, daß einem angst und bange wird» (?Stereo Review?). Knopflers Manie, gelegentlich bei seinen Songs in die Rolle unsympathischer, bigotter, rassistischer Charaktere zu schlüpfen (In The Gallery, Money For Nothing), ohne eine Distanzierung anzudeuten, wurde zunehmend als «politisch schlimm» und «Mangel an Feingefühl» (?Village Voice?) getadelt. Doch der Bandleader schob alle Verantwortung für Mißverständnisse auf seine Zuhörer: «Das ist deren Problem.» Zum ständig fluktuierenden Dire Straits-Personal gehörten im Lauf der Jahre Hal Lindes (g), Alan Clark (kb), Tommy Mandel (kb), Terry Williams (dr), Jack Sonni (g), Guy Fletcher (kb), Chris White (fl, sax). Nach dem globalen Erfolg des Albums Brothers In Arms (1985) geriet die Band in dire straits (eine vertrackte Situation): Knopfler hatte inzwischen so viele Solo-Aktivitäten entfaltet (Kino-Soundtracks für ?Local Hero?, ?Cal?, ?Comfort and Joy?, Producer für Bob Dylan, Randy Newman und andere Rock-Acts, Songautor - Private Dancer - unter anderem für Tina Turner), daß er nicht viel Lust verspürte, noch einmal im Gruppenverband live oder auf Platte zu musizieren. Der Goodwill mancher kritischen Rockfans hatte sich ohnehin erschöpft: «Knopfler möchte gern wie Tom Waits schreiben, wie Dylan singen, so ausgebufft und smart wie Lou Reed sein und die Arbeiterklasse um sich scharen wie Bruce Springsteen. Aber ihm gelingt nichts davon, weil er ein Langweiler ist» (Barry Walters in der ?Village Voice?). 1988 beanspruchten seine eigenen Projekte und Pläne so viel Zeit, daß er Ende des Jahres die Auflösung der Dire Straits bekanntgab. 1990 sah man ihn wieder im Gruppenverband: Zusammen mit alten Freunden wie Brendan Croker, seinem Gitarrenbauer Steve Philips, Guy Fletcher und Paul Franklin gründete er die Notting Hillbillies und spielte die LP Missing ... Presumed Having A Good Time ein. Der Erfolg dieser Country-Platte reichte für eine Tour durch Großbritannien, dann verlor Workaholic Knopfler das Interesse an der Band. Auch die mit seinem Idol Chet Atkins aufgenommene und 1991 mit einem Grammy geehrte Platte Neck And Neck (1990) blieb ein einmaliges Projekt. Dafür nahmen die Pläne, Dire Straits wiederauferstehen zu lassen, Gestalt an: Ende 1990 hatten Knopfler, Illsley und der frühere Bandmanager Ed Bicknell beschlossen, eine neues Dire Straits-Album aufzunehmen. Noch bevor On Every Street veröffentlicht wurde, begann die Band eine Welttournee, die zwei Jahre dauern sollte. Der Tournee schob der frischgebackene Ehrendoktor Knopfler gleich die Live-LP On The Night (1993) nach. Lebendig klang daran allenfalls der Beifall, aber auch der erschien manchen Kritikern manipuliert. ?Q?: «Keine neuen Arrangements, keine überraschenden Wendungen, kein Moment musikalischer Größe.» Ohne die Band offiziell aufzulösen, machte sich Knopfler an eine Solo-LP. Golden Heart, aufgenommen in Dublin, London und Nashville, wurde erst 1995 fertig: Knopfler hatte zwischenzeitlich wieder für andere Studioarbeit übernommen, beispielsweise für den Newcomer Sonny Landreth.