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Foto: Emerson, Lake & Palmer
Band

Emerson, Lake & Palmer

England gegr. 1970–2011 Website
1 Album
Diskografie

Alben

Biografie
Emerson, Lake & Palmer (auch bekannt als ELP) war eine britische Rockband, die der Stilrichtung des Progressive Rock zuzurechnen ist und diese in der Frühzeit entscheidend mitprägte.

Die Musik der Band zeichnete sich durch eine keyboardlastige Vermischung unterschiedlichster Musikstile aus. Neben Jazz- und Blueseinflüssen wurde ELP vor allem für seine klassischen Einflüsse berühmt. Aus dem umfangreichen Gesamtwerk ragt das Livealbum Pictures At An Exhibition heraus, auf dem ELP die ?Bilder einer Ausstellung? des russischen Komponisten Mussorgski neu interpretierten. Neben Eigenkompositionen (zum Beispiel der Suite ?Tarkus?) wurden unter anderem klassische Vorlagen Bartóks, Leo? Janáčeks, Bachs, Ginasteras, Coplands, Guldas, Sullivans und Tschaikowskis bearbeitet.

1969 gründeten der The Nice-Keyboarder Keith Emerson und Greg Lake, Bassist und Sänger von King Crimson, zusammen mit Carl Palmer, dem Schlagzeuger von The crazy World of Arthur Brown und Atomic Rooster, die Band und benannten sie entsprechend ihrer drei Nachnamen. Beim Isle-Of-Wight-Festival 1970 debutierte das Trio, und an diesen Auftritt schloss sich nahtlos eine ?Supergroup?-Karriere an. Jedes Album der Gruppe erreichte bis 1977 in England und den USA hohe Chartpositionen. Singleauskopplungen wie ?Lucky Man? (1970), ?I believe in Father Christmas? (1977) oder ?Fanfare for the Common Man? (1977) wurden Welthits. Auch in Rest-Europa und Asien konnten Emerson, Lake & Palmer in den 1970er Jahren große Erfolge feiern und brachten bei ihren Konzerten die Gigantomanie auf die Bühne zurück. Ein ausladender Bühnenaufbau und die größte PA-Anlage der damaligen Zeit (stets in Konkurrenz zu Pink Floyd) trugen zum Ruf der Band bei. Ihre ?Brain Salad Surgery?-Welttournee 1973/1974 wurde dann folgerichtig gleich auf einem 3er-Livealbum dokumentiert, weil ein Doppelalbum nicht mehr ausreichte. Der Anspruch, immer größer, höher, weiter zu gehen als zuvor, führte dann in Etappen zur Bandauflösung im Jahre 1979.

Das nach einer dreijährigen Pause im März 1977 veröffentlichte Doppelalbum Works Volume 1, war unter Einbeziehung eines kompletten Symphonieorchesters und der Präsentation des dreimanualigen Yamaha Wunder-Synthesizers GX-1 eine Mischung aus Solo- und Gruppentracks, die allerdings zum Teil enttäuschten. Obwohl das Album nicht mehr ganz die Verkaufszahlen der Vorgänger erreichte, gründeten ELP ihr eigenes 80-Mann-Symphonieorchester und gingen mit ihm live auf Tour durch Nordamerika. Diese Tour wurde zwar künstlerisch hoch gelobt, war aber ein finanzielles Desaster für die Band, da das Management bei der Tourplanung mit täglich wechselnden Auftrittsorten nicht die Vorgaben der Gewerkschaft der Orchestermusiker beachtet hatte. Es waren nur Reiseentfernungen von 200 Meilen täglich erlaubt. Die Folge waren Konzertabsagen. Die hohen Kosten für das Orchester mussten aber weiter getragen werden. So stießen die drei Millionäre an ihre persönlichen finanziellen Grenzen und entließen das Orchester nach zwölf Konzerten. Nur für vier Auftritte im Juli und August 1977 ? drei im New Yorker Madison Square Garden und eins im Montrealer Olympiastadion ? kamen Band und Orchester noch einmal zusammen. ELP setzten die Tour erfolgreich als Trio fort, obwohl ein Wirbelsturm in Florida mehrere Auftrittsorte verwüstete. Mit Abschluss dieser Nordamerika Tour im Jahr 1978 war die Band immer noch finanziell angeschlagen und künstlerisch ausgebrannt. Geplante Auftritte in Europa 1978 wurden abgesagt.

Das vorerst letzte Album Love Beach 1978 wurde nur noch auf Druck der Plattenfirma auf den Bahamas aufgenommen. Nach dessen Veröffentlichung (die Platte zählt inzwischen zu den ?bestvergessensten? der Rockgeschichte) löste die Band sich offiziell auf. Carl Palmer wurde danach Schlagzeuger bei Asia, und Greg Lake sowie Keith Emerson wandelten auf Solopfaden, wobei letzterer mehrere Filmusiken komponierte, darunter die Soundtracks zu ?Nachtfalken? mit Sylvester Stallone und ?Inferno? von Horror-Spezialist Dario Argento.

1986 gründete sich Emerson, Lake & Powell mit Drummer Cozy Powell, da Carl Palmer sich nicht von seiner damaligen Band Asia trennen wollte. Zwei Jahre später war es genau umgekehrt: Jetzt wollte Palmer wieder mit Emerson und Lake zusammen arbeiten, aber Greg Lake verweigerte sich dem Projekt, so dass Emerson und Palmer zusammen mit dem Bassisten und Sänger Robert Berry die Formation Three gründeten. 1992 hatten dann alle drei endlich wieder Zeit für einander und formierten sich neu, konnten jedoch nicht an ehemalige Erfolge anknüpfen. Auf der großen Welttour des Jahres 1993 kam es zu einem weiteren Rückschlag für die Band. Drummer Carl Palmer litt unter chronischer Sehnenscheidentzündung (carpal tunnel syndrome), Keyboarder Keith Emerson erlitt gar eine Nervenerkrankung an der rechten Hand (repetitive stress disorder), die dazu führte, dass er in der Hand kein Gefühl mehr hatte und mit ihr deshalb nicht spielen konnte. Die Tour wurde kurz vor ihrem Ende abgebrochen und Emerson operiert; gänzlich ließ sich seine Spielfähigkeit jedoch nicht mehr herstellen. Für das letzte reguläre ELP-Album In the hot Seat (1994), (übersetzt: ?Auf dem heißen Stuhl?) wurden deshalb Studiomusiker engagiert, um Emerson auszuhelfen. 1996 ging die Band noch einmal auf Tournee durch die USA, Kanada und Europa, wobei sie dabei in wesentlich kleinerem Rahmen als in den 1970ern auftraten. Unterschiedliche Meinungen über ein neues Album führten zu erneuten Unstimmigkeiten der drei Musiker. 1998 lösten sich Emerson, Lake & Palmer dann nach ihrem letzten Konzert in San Diego, Kalifornien, offiziell und wohl endgültig auf.

Greg Lake trat danach weiter solo auf, so unter anderem im Jahre 2002 in den USA zusammen mit Ringo Starr. Keith Emerson gelang währenddessen eine beachtliche Energieleistung: Mit seiner linken Hand spielte er via Midi-Aufzeichnung alle Musikparts der rechten Hand im Computer ein und trat mit diesen (eigenen) Zuspielungen 2003 wieder live auf ? unter anderem mit seiner Ex-Band The Nice. Drummer Carl Palmer wählte den eigenartigsten Weg der Fortsetzung seiner ELP-Karriere und tourte mit seiner Carl Palmer Band, wobei die Fans in kleinen Clubs Gitarrenadaptationen der ELP Keyboardwerke zu hören bekamen.

Keith Emersons GX-1 Synthesizer und sein Moog Modularsystem hat inzwischen der Filmusikkomponist Hans Zimmer (OST u. a. zu The Rock und Gladiator) erworben, so dass der Emerson-Sound auch heute noch hin und wieder in Hollywoodfilmen zu hören ist.


Wesentliches Element der Musik von Emerson, Lake & Palmer ist die Verwendung und Vermischung unterschiedlichster Musikstile. Dies kann vom kurzen, eingestreuten Stilzitat bis zur Bearbeitung ganzer Werke in anderem stilistischen Umfeld und neuer Instrumentierung reichen. Im Bereich der klassischen Musik werden Werke der Barockmusik (hauptsächlich von Johann Sebastian Bach), der Klassik und Romantik (Tschaikowski, Leo? Janáček) bis zu Werken der klassischen Moderne (Alberto Ginastera, Modest Mussorgski, Béla Bartók, Aaron Copland) verwendet. Dazu treten Elemente des Jazz, bevorzugt im Stile des Swing, Ragtime und Boogie-Woogies, des Blues, sowie die typischen Elemente der Rockmusik. Experimente mit Strukturen und Instrumenten außereuropäischer Kulturen, die in den späten 60er und frühen 70er Jahren sehr beliebt waren (Sitarklänge bei den Beatles, arabische Einflüsse auf Led Zeppelins Song Kashmir, usw.), sind bei ELP eher selten.

Diese musikalische Arbeitsweise war auch einer der Hauptpunkte, die Hörer und Kritiker in verschiedene Lager spaltete. Wo die Einen ernstzunehmende, zeitgenössische Interpretationen älterer Werke sahen, die den begrenzten Rahmen der Rockmusik erweiterten, empfanden die Anderen dieses Vorgehen als wahlloses Kokettieren mit musikalischen Versatzstücken. Eine ernsthafte Interaktion bzw. Verschmelzung der Musikstile vermochten sie nicht zu erkennen. Hörern eher traditioneller Rockmusik war das Experimentieren mit Elementen außerhalb des Rocks ohnehin suspekt.

Quelle: Wikipedia (D)