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Solo-Künstler
J. J. Cale
2 Alben
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gut
Biografie
Cale, Jean Jacques J. J. (voc, g), am 5. Dezember 1939 in Tulsa, Oklahoma, geboren, bot seine unprätentiös formulierten Balladen in einer «wahrhaft vorzüglichen Mischung aus seiner ultracoolen Oklahoma-Lässigkeit und der gelösten, vollkommenen Spielsicherheit der Studio-Musiker von Nashville» (?Crawdaddy?) dar. Scheinbar mühelos verband er in seinem unterkühlten Sprechgesang und den sparsamen, unspekulativen Begleit-Instrumentals diverse südstaatliche Countryblues-Klangformen zu einer bisweilen hypnotisierenden Understatement-Musik. Cales rauchige, mitunter brüchige Vokalisen fügten sich dabei so unauffällig in die Song-Arrangements ein, daß sie ein Teil der Instrumentierung zu sein schienen. Cale war schon seit den fünfziger Jahren auf Country-Achse und tauchte mit seinem Kurzzeit-Ensemble The Valentines gelegentlich sogar in den Show-Moscheen der Country-Metropole Nashville auf. Die Bekanntschaft mit Musikern des Eric Clapton-Clans und dem ebenfalls aus Oklahoma stammenden Leon Russell ermöglichte Cale 1970 die Verwirklichung seiner Solo-Performer-Ambitionen. Stücke wie After Midnight (auch von Clapton aufgenommen), Crazy Mama, Lies, Cocaine machten ihn einem breiteren Publikum bekannt. Cales vielgerühmte «Relaxedheit» erwies sich auf neueren LPs als tückisches Stilmittel; nicht selten zerfloß die überakzentuierte Lässigkeit seines Vortrags in Leblosigkeit oder gar Langeweile. (?Rolling Stone?) glaubte daraufhin konstatieren zu müssen: «J.J. Cale vermag nicht, die künstlerischen Fingerzeige in Rock und Country zu geben, die man ihm einstmals zugetraut hat.» Dennoch hat er, zumindest in den Brüdern Knopfler von der Band Dire Straits, erfolgreiche Nachahmer gefunden. «Ich hoffe», so brummeite der wortkarge Künstler 1994 auf seiner staubigen Farm bei San Diego, «daß Mark Knopfler auch mal einen meiner Songs aufnimmt, statt so zu klingen.» Immerhin hatte er den vermeintlichen pigonen ja auf seinem Album 8 (1983) mitspielen lassen. Das Geheimnis seines Stils brachte Herman van den Horst in der Zeitschrift ?Oor? auf die Formel: «Cale erhebt Schlichtheit zur Kunst.» Eric Clapton erklärte, ihn fasziniere an Cale, was dieser nicht spiele - was Christoph Dieckmann in der ?Zeit? raunen ließ: «Eric Clapton konturiert, Cale wirft rasche Skizzen. Clapton ist pünktlich, Cale flüchtig. Clapton kommt, Cale geht.» Einen Gutteil seiner Zeit war der «Schweiger von Tulsa», wie ihn die Branche einst nannte, in seinem Wohnwagen zwischen San Diego und Nashville unterwegs, um in großen Abständen immer mal wieder eine Platte abzulagern - immer im gleichen unverwechselbaren Stil: «Ich bemühe mich jedesmal um eine neue Richtung, aber meine Platten kommen doch immer wieder auf die gleiche hinaus.» So auch Closer To You (1994), für die er ausnahmsweise auch mittels einiger Europakonzerte warb. Überwiegend spielte er aber dann doch wieder seine Hits Sensitive Kind, Call Me The Breeze, Money Talks, Crazy Mama und das unvermeidliche Cocaine. Das Album Live (2001), ein weit überdurchschnittlicher Konzertmitschnitt» (?Stereoplay?) aus der New Yorker Carnegie Hall, begann mit After Midnight und endete mit einem furiosen Band-Finale über Ride Me High aus der LP Troubadour: Rocky Frisco (p), Bill Raffensperger (b), Jim Karstein (dr), James Cruce (perc), Jimmy Gordon (harm), Christine Lakeland (voc). Viel mehr als die 14 Ohrwürmer, die 1984 auf dem Sampler Special Edition zusammengefaßt wurden, hat J.J. Cale nicht zustande gebracht. «Aber hört ihn mal spielen», kommentierte seine Frau, «wenn er in einer warmen Sommernacht in Strümpfen mit einer Flasche Bier in Reichweite daheim auf der Terrasse sitzt!»