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Solo-Künstler

Janis Joplin

USA seit 1943 Website
1 Album
Biografie
Janis Lyn Joplin (* 19. Januar 1943 in Port Arthur, Texas; † 4. Oktober 1970 in Los Angeles) war eine US-amerikanische Sängerin.

anis Joplin wurde als Tochter von Seth Joplin, eines Mitarbeiters der Ölgesellschaft Texaco, und Dorothy Joplin (geb. East) geboren und hatte zwei jüngere Geschwister, Michael und Laura. Sie war überdurchschnittlich intelligent, nicht besonders hübsch und eckte frühzeitig an der Spießigkeit Ihrer Umgebung an. Port Arthur war eine trostlose Stadt und die "normalen" Mädchen verfolgten getreu der Regeln den anständigen Weg in die Richtung eine gute Familienmutti zu werden. Als Teeny schminkte man sich ausgiebig und trug sittsame Kleidung, ohne irgendwie aufzufallen. Schon wer Bücher las und tiefer über den Sinn und Unsinn der starren Regeln nachdachte, machte sich verdächtig. Die strahlenden und oft einfältigen "Schönheiten" verulkten jede Andersartigkeit und ganz besonders Janis. Man machte sich über ihre Pickel lustig und verspottete jegliche Melancholie und gab den Verletzlichen gern noch einen Stoß. Janis wurde gehänselt und als Außenseiterin verspottet. Mit den Jungs kam sie da schon eher zurecht, nicht zu letzt auch bei diversen Biergelagen. Sie malte sehr gern, versuchte es auch mit schulischem Engagement (Rechenschieber-Club) und fand oft Trost bei der Musik ihrer Wahl, das waren Folk und Blues. Bei diversen Gelegenheiten im Chor oder zur Jukebox konnte man ihre außergewöhnlich gute Stimme bemerken. Schon frühzeitig lernte Sie ihre Verletzlichkeit hinter einer große Klappe zu verbergen, was zuweilen auch Freunde verstörte. Ewig nagte der Selbstzweifel und die Einsamkeit prägte Ihr Verhalten. Dennoch kam sie in den Kreisen der "Freaks" gut an, wo zuerst neben Bier so manche leichte Droge die Stimmung und Grundhaltung zu Leben beeinflusste.

Ihren ersten öffentlichen Auftritt hatte sie 1958 im Halfway House. (ungeprüft vom Vorschreiber übernommen)

Nachdem sie 1960 ihren High School-Abschluss bestanden hatte, ging sie im Alter von 17 Jahren von zu Hause fort, um Sängerin zu werden. Sie versuchte sich auch an einigen Colleges, brach aber den Besuch immer vorzeitig ab. Ein Jahr später hatte sie ein wenig Geld verdient und zog nach Los Angeles.

Als Einschub zu den Kurzpunkten (welche von mir ungeprüft sind): Sie floh dem Zuhause nicht nur einmal. Sie war nach einem längeren Aufenthalt in Austin, wo sie auch erste Auftritte hatte, nochmals zurückgekehrt. Dann ging sie nach San Francisco und rutschte ziemlich schroff in eine Rauschgift-Phase ab. Es war zwar eine tolle Zeit (1963) und die Freunde und das Flair gaben ihrer überbordenden Lebensenergie einen fruchtbaren Boden, wie eben auch die Möglichkeit noch vor der erhofften Anerkennung zu scheitern. Die Szene in North Beach (SF) wurde langsam der Sammelpunkt der Beatniks, Folk und Blues war noch die bevorzugte Musik. Chet Helms, ein alter Kumpan von ihr, begann seine Karriere als bekiffter Musikmanager aufzubauen. Es gab den Atem für große Veränderungen. Denn die waren im reichsten Land der Welt längst fällig. Man musste nicht "links" sein, Janis war nicht so richtig politisch, um den Rassenwahn Amerikas zu hassen. Selbst die Beatniks waren nicht alle gleich supertolerant was Homosexualität anbetraf. Aber diese langhaarigen, flapsigen Typen begannen sogar in den dicksten Schädeln eine Kehrtwendung vorzubereiten. Jedenfalls wollte Janis es nochmals, nach dem Absturz in die Drogenfalle, versuchen ein anständiges Mädel zu werden. Bestimmt nicht nur ihrer Mutter zuliebe. Sie blieb längere Zeit in Port Arthur, trug die hochgesteckten Haare und gab sich redlich Mühe ein sittsam, gutes Dasein zu führen. Man stieß sie aber weiterhin ab. Sie, die damals statt schöner Röckchen, Herrenhemden ohne BH darunter getragen hatte, blieb verschrieen und angefeindet. Es brauchte ein Weilchen bis die Entwicklung des Rock-and-Roll und die Elektrifizierung des Bob Dylan eine Stimmung entfachten, wo Janis nicht mehr zurückhalten konnte. Haight Ashbury, das grellste Viertel von San Francisco rief nach ihr, denn dort begann der Aufbruch in eine neue Zeit. Der so schnell später verkommerzialisiert und ausgebeutet wurde, das es nur ein Aufleuchten wurden. 1966 war Janis angekommen und bis zum Monterrey Festival war es nur eine kurze Zeit, wahrscheinlich die schönste. Das war vor dem Mega-Erfolg. Es war für Janis eine erfahrungsreiche Zeit. Sie liebäugelte ja schon immer mit einer festen Beziehung zu einem Mann, doch keiner schien ihrer oft recht drastischen Ausbrüche gewachsen. Andererseits hatte sie auch eine große Verletzlichkeit und brauchte jemanden, der intensiver noch als ein guter Freund sie festhalten konnte. Ihr homoerotischen Neigungen schwankten und sie probierte immer wieder Liebschaften mit Freundinnen aus. Peggy oder Jae Whitaker hatten den Status der sexuellen Partnerin und Freundin. Aber im Hintergrund blieb das Wunschbild, eine Familienmama zu werden, mit einem weißen Gartenzaun vom dem Haus. Sie litt darunter nicht aufrichtig geliebt zu werden und begann ihre hervorragenden Stimme dazu zu benutzen, als Star angehimmelt zu werden. (Fortschreibung folgt nach dem Beenden der zu zitierenden Quelle: Janis Joplin - Piece of My Heart von Alice Echols)

Kleine Zusammenfassung eines Fans: Janis mochte im Alltäglichen eine bisweilen unscheinbare, freche Göre gewesen sein. Von keinem richtig gemocht, ohne besondere Austrahlungskraft und oft recht besoffen. Aber fast alle waren sich einig: Wenn Sie auf die Bühne sprang und das Mikrofon anflehte, anbrüllte und in rasender Euphorie oder im Anfall unbändiger Wut sich in ihrem Schmerz veräußerte, dann war sie die größte, weiße Blues-Sängerin aller Zeiten. Dann wurde aus dem Mädelchen eine Göttin, eine sexuell hochbegehrte Priesterin der Ekstase, der alle Kritiker der Musikbranche zu Füßen lagen. Für Minuten war sie der Schwarm aller Männer und verstörte das gesamte Publikum mit einer emotionalen Präsenz, die manchmal statt der üblichen Beifallsstürme eine so heftiger Betroffenheit der Zuhörerschaft auslöste, das alle einfach nur hin - und weg- waren. Ihr leider nicht aufgezeichneter erster Auftritt in Monterrey muss eine Sternstunde der Rockmusik gewesen sein. Monterrey war überhaupt das Festival der Authentizität und die Sekunde der echten Hippies, danach kamen Woodstock und Altamount und waren nur noch Abziehbilder und dann sogar Scheußlichkeiten.

Janis Joplin sang, unter anderem begleitet von Jorma Kaukonen (Gitarrist von Jefferson Airplane), mit 18 Jahren in Kneipen und Folk-Clubs. Autodidaktisch geschult durch Schallplatten von Leadbelly (Huddie Ledbetter), Odetta Holmes und Bessie Smith (ihr größtes Vorbild), avancierte sie mit ihrem hemmungslosen, bis dahin für eine weiße Sängerin einzigartigen Gesangsstil, zur "Queen des (weißen) Bluesrock".

Nachdem Joplin 1962 in Louisiana als Kellnerin gearbeitet hatte, kehrte sie bald nach Texas zurück, um in Austin ihr Appartement, das später als The Ghetto bekannt wurde, zu beziehen. Bald danach rief Chat Helms, der Manager von Big Brother And The Holding Company bei ihr an und teilte ihr mit, dass die Band eine neue Sängerin suchte.

1966 begann Joplins Karriere, als sie nach San Francisco zog und sich besagter Band anschloss, mit der sie 1967 erfolgreich beim Monterey Pop Festival auftrat, dadurch einen Plattenvertrag bei Mainstream erhielt und dort Big Brother & The Holding Company Featuring Janis Joplin herausbrachte.

Big Brother And The Holding Company
1968 folgte für Columbia Records Cheap Thrills (Frontcover von Robert Crumb). Das zweite Album enthielt schon viele ihrer legendär gewordenen Stücke wie Piece Of My Heart oder Ball And Chain.

Kozmic Blues Band

Ende 1968 trennte sich Joplin von der Band und stellte zusammen mit ihrer Plattenfirma eine größere Band zusammen, die lange keinen Namen trug, aber nach dem folgenden, dritten Joplin-Album Kozmic Blues Band genannt wurde. Der Grund dafür war der Ehrgeiz von Janis Joplin, mit einer professionellen Band mit Funk- und Blues- Instrumenten neue Musikrichtungen zu erschließen und nicht zuletzt professioneller zu arbeiten. Dies wurde unter anderem von der Musikzeitschrift Rolling Stone als Verrat an den Idealen der Rockmusik empfunden. Tatsächlich lief die Zusammenarbeit in der Band nicht sehr gut, da sich die Musiker vorher nicht kannten und Janis Joplin hohe Anforderungen - menschlich wie musikalisch - an die Musiker stellte.

Die Band hatte ihren bedeutendsten Auftritt im Jahre 1969 beim Woodstock Festival. Das Engagement der Band fehlte, wodurch Janis Joplin nicht in der Lage war, ihre gewohnte Explosivität auszuleben. Sie wirkte aufgeschwemmt und verbraucht; ihre Stimme brach öfters. Allerdings äußerte sie eine Bemerkung über die Hippiebewegung, die später oft zitiert wurde: "Früher waren wir nur wenige, jetzt gibt es Massen und Massen und Massen von uns."

1969 trat Janis Joplin auch im Fernsehen bei Ed Sullivan und Dick Cavett auf. Die Interviews mit Dick Cavett sind auf dem posthum veröffentlichten Album "Janis" verewigt und lassen Intelligenz, Witz und Tiefsinnigkeit von Joplin erahnen. Ebenfalls 1969 begab sich die Kozmic Blues Band auf eine zweimonatige Europa-Tournee. Ihr einziges Konzert in Deutschland fand am 12. April 1969 in der Jahrhunderthalle in Frankfurt-Höchst statt. Auf der offiziellen Homepageist unter dem Datum 12. April 1969 vermerkt: "Kozmic Blues two concerts in Frankfurt". Nach Ende des von der Agentur Lippmann und Rau veranstalteten Konzerts forderte Joplin die Zuhörer auf, zu bleiben, weil nun noch eine Aufzeichnung des amerikanischen Fernsehens folgte. Mitschnitte dieses "zweiten Konzerts", bei dem sie die Fans animierte, auf die Bühne zu kommen, sind in der Filmdokumentation Janis (1975) zu sehen. Der Titel "Raise Your Hand" auf der posthum veröffentlichten LP Farewell Song wurde während des Frankfurter Konzerts live aufgenommen.

Zusätzlich nahm Joplin 1969 ihre zweite LP für Columbia (I Got Dem 'Ol Kozmic Blues Again, Mama) auf und wurde in Tampa, Florida inhaftiert, da sie einen Polizisten beleidigt hatte. Bei der nachfolgenden Gerichtsverhandlung bezeichnete ein Gericht Joplins Verhalten als freie Meinungsäußerung und ließ die Anklage fallen. Weiter wurde sie nach einem ihrer Konzerte in der Curtis Hall wegen obszöner Sprache und Fluchens auf der Bühne zu einer Geldstrafe verurteilt.

Im Januar 1970 löste sich die Band auf. Um von ihrer Sucht nach Alkohol, Aufputschmitteln und Drogen loszukommen, plante Joplin einen Urlaub in Südamerika und reiste zum Karneval nach Rio de Janeiro.

Full Tilt Boogie Band

Zurück in Kalifornien nahm Joplin ihren unsteten Lebenswandel wieder auf. Im April 1970 wurde ihre dritte Band, Full Tilt Boogie zusammengestellt. Diese stellte sich für sie als Glücksgriff heraus. Emotional und musikalisch harmonierte dieses Team. Road-Manager John Cooke: "Die Jungs suchten eine Band, die eine Heimat war. Sie wußten, dass Janis der Boss war und sie mochten sich alle auf Anhieb." Janis Joplin schien endgültig ihren Musikstil gefunden zu haben. Die Lieder mit der Full Tilt Boogie Band sollten ihre erfolgreichsten werden.

Joplin besuchte das Grab von Bessie Smith und ließ ihr einen Grabstein errichten. Am 1. Oktober 1970 unterschrieb sie in Beverly Hills ihr Testament. Kurz vor dem Ende der Studioaufnahmen zu ihrer dritten Columbia-LP, Pearl (ihr Spitzname) wurde Janis Joplin am 4. Oktober 1970 im Landmark Hotel in Los Angeles in ihrem Hotelzimmer tot aufgefunden. Die Todesursache soll eine versehentliche Überdosis Heroin in Zusammenwirkung mit zuvor getrunkenem Alkohol gewesen sein. Bei dem Titel Burried alive in the Blues auf dem Album Pearl fehlt die Vokal-Spur: Janis Joplin sollte sie am 5. Oktober 1970 einsingen.

Hinterlassenschaft

Wunschgemäß vertranken 200 Freunde auf einer Party das hinterlassene Bargeld von 1500 Dollar. Der Verbleib ihres sonstigen Vermögens war klar geregelt, wobei im wesentlichen Eltern und Geschwister bedacht wurden. Besonders für die Auszahlungen an den jüngeren Bruder Michael hatte Anwalt Bob Gordon strenge Anweisungen, um diesem eine gute Ausbildung zu ermöglichen.

Janis Joplins Leiche wurde verbrannt und die Asche an der kalifornischen Küste in den Pazifik gestreut.

Stil

Neben Jimi Hendrix und Jim Morrison war Joplin eine der zentralen Symbolfiguren der Hippiezeit und der Hippiekultur. Alle drei prägten einen Lebensstil, der im Nachhinein durch "Sex, Drugs & Rock'n'Roll" und "Live fast, love hard, die young" gekennzeichnet worden ist.

Die vergebliche Suche nach der wahren Liebe, Zuneigung und Geborgenheit ließ sie zuweilen in depressive Phasen fallen, welche sie durch Heroin, Kokain und Alkohol zu verdrängen suchte. Durch diese innere Zerrissenheit der Gefühle und ihre Schwierigkeiten, enge menschliche Kontakte aufzubauen, lässt sich ihre Musik verstehen, die gleichzeitig Stolz und Verzweiflung (All is Loneliness) ausdrückt.

Janis Joplin und der Alkohol

Auf sehr vielen Fotos sieht man Joplin mit einer Flasche "Southern Comfort". Joplin wandte sich an die Herstellerfirma, dies sei eine gute Werbung und ob sie nicht ein wenig Geld dafür bekommen könnte. Der Schnapsproduzent willigte ein und überwies Joplin 25.000 Dollar.

Quelle: Wikipedia (D)