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M
Band

Monochrome

Deutschland gegr. 1994 Website
1 Album · Ø meine Bewertung: 75 % befriedigend
Diskografie

Alben

Biografie
Die erste Begegnung mit dem,
was heute MONOCHROME ist, fand im Jahre 1994 in einem inzwischen längst geschlossenen Laden an einer vielbefahrenen Stuttgarter Hauptstraße statt. Die Band hieß da noch DAWNBREED und spielte im Rahmen eines Antifa-Abends ein furioses Set, das den ameri-kanischen Hauptact jenseits von alt aussehen ließ. Eine Band mit fünf Jungs aus Sindelfingen, von der ich vorher nicht einen Ton gehört hatte, spielte mit einem wilden Set die Band an die Wand, die tausende von Kilometern zurückgelegt hatte, um in Europa zu touren, Wahnsinn! Wie wir wissen, wurden DAWNBREED irgendwann in einem Akt der Metamorphose zu MONOCHROME, und von den fünf Jungs, die an diesem Abend auf alle Anwesenden einen schweren Eindruck hinter-lassen haben, gehören heute immer noch drei zu MONOCHROME. Als reine Hardcoreband gegründet, mischten DAWNBREED lupenreinem Hardcore schon sehr früh andere Elemente unter, verbanden, was irgendwie zusammenpasste und brachten von 1994 bis ins Jahr 2000 sechs Singles, eine LP, eine Mini-LP und ein paar Samplertracks heraus, wobei das 2000er-Release ein ?posthumes? war. Bereits mit der zweiten Single hatte die Band die Richtung eingeschlagen, die sie nun seit über zwölf lange Jahre konsequent weiterverfolgt.

Zu den furiosen Achterbahnfahrten der frühen DAWNBREED-Platten mischten sich innerhalb von nur drei Jahren immer mehr Pop- und Indie-Einflüsse, Noiseelemente,
ein weiblicher Gegenpart kam dazu und aus einer Band wurden zwei, das Dawnbreed/Monochrome-Collective. Nach zwei weiteren Jahren ging die Dämmerung zu Ende und es gab nur noch Monochrome (und Licht).
Neben außergewöhlichen Platten waren schon DAWNBREED immer ein einzigartiges Liveerlebnis. Besonders haften geblieben sind bei mir dabei das zweite Konzert, das in einem Pferdestall auf der Jugendfarm ?Sindolino? stattfand (Marc und Helm leisteten dort ihren Zivildienst). Ein wilder Gig inmitten von Strohballen für Freunde, Bekannte und einige geladene Gäste. Dann waren da noch das bis dahin größte Hardcorekonzert ohne eine einzige US-Band in der Stuttgarter Röhre 1995 (zusammen mit den sich gerade auflösenden ABC Diabolo, Ambush und Mine) vor völlig ausverkauftem Haus, das in die Hardcoregeschichtsbücher als ?Jeffrey-Dahmer-Night? einging. Zu guter Letzt ein furioser Gig in einem weiteren Stuttgarter Club, der heute ebenfalls Geschichte ist, für den ich die Geburtstagsfeier meiner damaligen Freundin geschwänzt habe. In diesem Jahr (1997) mutierte die Band erstmals mit der Hinzunahme eines Saxophonisten zum erwähnten ?Dawnbreed/Monochrome-Collective?, das musikalisch weitere Türen öffnete, ohne dabei an der Intensität ihrer Liveauftritte zu verlieren. Meinen persönlichen Live-Einstand als MONOCHROME feierte die Band im Böblinger Vortrieb, nun erstmals mit einer Sängerin als Gegenpart und hinterließ dabei verzückte Gesichter, denn hier hatte sich für viele der Anwesenden eine völlig neue Tür geöffnet, die mit keinem Riegel dieser Welt wieder zu schließen gewesen wäre: Pop! Brachialer Gitarren-Pop, der mit solch einer Wucht vorgetragen wurde, mit soviel Lärm, Intensität und allem weiteren, das einem die Punk- und Hardcoreschule mit auf den Weg geben konnte, dass es keine Möglichkeit gab, sich dem zu entziehen.

Soweit zur Geschichte, die wir hier an der Stelle etwas abkürzen können. Wir überspringen sieben Jahre, die verschlissenen Schlagzeuger, Zwischenlösungen, ein neues Label, inzwischen zwei Sängerinnen und umbesetzungsbedingte Zwangspausen, die sich auch am verminderten Tonträgeroutput der Band ermessen lassen, denn die Zeiträume zwischen zwei Tonträgern sind sichtlich größer geworden.