S
Band
Simple Minds
5 Alben
·
Ø meine Bewertung:
56 %
ausreichend
Biografie
Wer hätte das gedacht, aber die heute so erfolgreiche Popband Simple Minds hat ihre Wurzeln in der Punkband Johnny And The Self Abusers. Diese 1977 von John Milarky gegründete Band besteht aus ihm selbst, Sänger Jim Kerr, Charlie Burchill (g), Brian McGee (dr), den Kerr noch von der Schule kennt und einigen Leuten aus Milarkys Umfeld. In dieser Formation werden einige eigene Punksongs und diverse Coverversionen von The Velvet Underground und den Doctors Of Madness gezockt. Man bringt es sogar bis zu einer Single, löst sich danach aber auf.
Was liegt also näher, als sich aus einem Bowie-Song den Titel Simple Minds zu klauen und fröhlich weiter zu machen. John, Charlie und Brian fangen also 1978 zusammen mit Basser Tony Donald an, unter diesem Namen Musik zu machen und finden in Duncan Barnwell, als zweiten Gitarristen und Mick MacNeil an den Keys, tatkräftige Unterstützung. Die alten JATSA-Songs sind vorerst noch mit im Set, doch man schreibt schnell jede Menge andere Stücke, die zusammen auf ein Demo kommen und einen Deal mit Zoom ergattern. John ist inzwischen durch Derek Forbes ersetzt, der von der Punkband The Subs kam, und auch Duncan verlässt die Band wieder.
Obwohl "Life In A Day" nicht schlecht abschneidet, sind sich sogar Simple Minds selbst darüber im Klaren, dass die Parallelen zu Bowie, Genesis und auch Roxy Music zu deutlich sind. Somit setzt man sich gleich wieder in den Proberaum und schreibt die Songs für das im selben Jahr erscheinende "Real To Real Cacophony"-Album, welches wesentlich professioneller angegangen wird. Das Label ist vom fertigen Produkt entsetzt, da der eher poppige Stil vom Debut fast völlig fehlt. Die Tour mit Kraftwerk durch weite Teile Europas und einen Abstecher in die USA nutzt Kerr als Inspirationsquelle für "Empires And Dance".
Da das Label wieder alles andere als glücklich mit dem Ergebnis ist, weigert es sich zuerst, die Platte überhaupt zu pressen. Der Ärger geht so weit, dass die Band kurz vor dem Split steht, bis Arista einwilligt, den Vertrag zu lösen. Die Rechte an den Alben bleiben aber beim Label. Da sich kurz darauf aber Peter Gabriel als Fan der Band outet und diese mit auf Tour nimmt, ist es klar, dass es weiter geht. Virgin Records machen schließlich den Deal und Simple Minds gehen zusammen mit Producer Steve Hillage ins Studio. Die Zusammenarbeit pendelt irgendwo zwischen Genialität und Wahnsinn, da man letztendlich mit viel zu vielen Songs da steht, aber keinen verwerfen will. Außerdem nähert sich die Studiozeit dem Ende und Hillage liefert sich zwischenzeitlich sogar selbst ins Krankenhaus ein, da er unter dem Stress beinahe zusammen bricht. Auch Drummer Derek wird der Stress zuviel und er verlässt nach den Aufnahmen die Band.
Das Ergebnis ist dann "Sons And Fascination" und "Sisters Feeling Call", welche zuerst als Doppelpack verkauft werden, später aber als separate Scheiben in den Läden stehen. Für die Tor, welche die Jungs unter anderem durch Kanada und Australien führt, sitzt Kenny Hyslop hinter den Kesseln. Nach ihrer Rückkehr nimmt man die Single "Promised You A Miracle" auf, die überraschend gut abschneidet, bevor mit insgesamt drei Drummern "New Gold Dream (81,82,83,84)" eingespielt wird, welche als eine der besten New Wave-Scheiben anzusehen ist. Mike Ogletree gibt auf der Platte ein kurzes Gastspiel, wird aber noch während der Aufnahmen von Mel Gaynor abgelöst.
Nachdem die Herren mit U2 im selben Jahr die Bühne teilen, schnappen sie sich auch noch deren Produzenten Steve Lillywhite für die Arbeiten an "Sparkle In The Rain". Das Album geht direkt auf Platz Eins in den englischen Charts und man spielt acht Nächte hintereinander im ausverkauften Hammersmith Odeon. Neben Japan stehen auch die Staaten wieder auf dem Plan und in New York City heiratet Jim in aller Heimlichkeit Chrissie Hynde (The Pretenders). Als eines Tages Keith Forsey an die Band heran tritt und sie bittet, den Track "Don't You Forget About Me" für den Film "Breakfast Club" einzuspielen, ist die Begeisterung eher mäßig. Dass es ihnen ausgerechnet mit diesem Lied gelingt, die amerikanischen Charts zu knacken, hat keiner erwartet.
Auf "Once Upon A Time" tritt erstmals John Giblin als Basser in Erscheinung, mit dem die Band auch die Amnesty International unterstützende Tour absolviert. In der folgenden Pause wird das Doppel-Live-Album "Live In The City Of Light" veröffentlicht und MacNeil und Burchill arbeiten an einem Instrumental-Album, welches "Aurora Borealis" heißen soll. Dieses wird aber von "Street Fighting Years" geschluckt, welches sich mit den Problemen in Irland auseinandersetzt. Trotz allem steigt es in GB wieder auf Platz eins ein, stinkt in den USA aber etwas ab. Die Tour erleben John Giblin und Mel Gaynor nicht mehr mit, sie werden durch Malcolm Foster (b) und Manu Katche (dr) ersetzt. Auch Kerrs Ehe geht in die Hose und nachdem man den Manager vor die Tür gesetzt hat, kündigt auch Michael MacNeil seinen Ausstieg an.
Somit übernimmt Burchill selbst zusammen mit Pete Vitesse die Keyboards auf "Real Life", live steht aber Mark Taylor an den Tasten. Danach sieht es tatsächlich so aus, als ob Simple Minds Geschichte werden, eine längere Auszeit folgt. Zwar beginnt man 1993 mit den Arbeiten an "Good News From The Next World", aber das Ergebnis liegt erst 1995 vor. Dieses zeigt die Band als das, was sie nun sind: ein Duo, bestehend aus Stimme und Gitarre. Diese Merkmale sind in den Vordergrund gerückt. Doch damit ist die Zusammenarbeit von Virgin und Simple Minds beendet, letztere unterzeichnen bei Chrysalis. Derek Forbes kehrt zwar zur Truppe zurück, doch Kerrs zweite Ehe mit Patsy Kensit, die er 1992 einging, endet wie die erste. 1997 kehrt auch Mel Gaynor zurück und man schreibt "Néapolis".
Im selben Jahr erscheint auch "Early Years 77-78", eine Zusammenstellung aus den Demos von Johnny And The Self Abusers und den frühen Simple Minds. 2001 kommt mit "Neon Lights" eine Huldigung an einige Bands heraus, welche die Simple Minds im Laufe ihrer Geschichte geprägt und beeinflusst haben, und erst 2002 erscheint mit Cry endlich wieder ein richtiges Studioalbum. Dabei erwartet den Zuhörer hier kein fetziges Rockalbum mit krachenden E-Gitarren, was auch nicht zu erwarten war, sondern eine sehr abwechslungsreiche Mischung aus getragenen Songs und peppigeren Synthie-Gitarren Nummern.
Was liegt also näher, als sich aus einem Bowie-Song den Titel Simple Minds zu klauen und fröhlich weiter zu machen. John, Charlie und Brian fangen also 1978 zusammen mit Basser Tony Donald an, unter diesem Namen Musik zu machen und finden in Duncan Barnwell, als zweiten Gitarristen und Mick MacNeil an den Keys, tatkräftige Unterstützung. Die alten JATSA-Songs sind vorerst noch mit im Set, doch man schreibt schnell jede Menge andere Stücke, die zusammen auf ein Demo kommen und einen Deal mit Zoom ergattern. John ist inzwischen durch Derek Forbes ersetzt, der von der Punkband The Subs kam, und auch Duncan verlässt die Band wieder.
Obwohl "Life In A Day" nicht schlecht abschneidet, sind sich sogar Simple Minds selbst darüber im Klaren, dass die Parallelen zu Bowie, Genesis und auch Roxy Music zu deutlich sind. Somit setzt man sich gleich wieder in den Proberaum und schreibt die Songs für das im selben Jahr erscheinende "Real To Real Cacophony"-Album, welches wesentlich professioneller angegangen wird. Das Label ist vom fertigen Produkt entsetzt, da der eher poppige Stil vom Debut fast völlig fehlt. Die Tour mit Kraftwerk durch weite Teile Europas und einen Abstecher in die USA nutzt Kerr als Inspirationsquelle für "Empires And Dance".
Da das Label wieder alles andere als glücklich mit dem Ergebnis ist, weigert es sich zuerst, die Platte überhaupt zu pressen. Der Ärger geht so weit, dass die Band kurz vor dem Split steht, bis Arista einwilligt, den Vertrag zu lösen. Die Rechte an den Alben bleiben aber beim Label. Da sich kurz darauf aber Peter Gabriel als Fan der Band outet und diese mit auf Tour nimmt, ist es klar, dass es weiter geht. Virgin Records machen schließlich den Deal und Simple Minds gehen zusammen mit Producer Steve Hillage ins Studio. Die Zusammenarbeit pendelt irgendwo zwischen Genialität und Wahnsinn, da man letztendlich mit viel zu vielen Songs da steht, aber keinen verwerfen will. Außerdem nähert sich die Studiozeit dem Ende und Hillage liefert sich zwischenzeitlich sogar selbst ins Krankenhaus ein, da er unter dem Stress beinahe zusammen bricht. Auch Drummer Derek wird der Stress zuviel und er verlässt nach den Aufnahmen die Band.
Das Ergebnis ist dann "Sons And Fascination" und "Sisters Feeling Call", welche zuerst als Doppelpack verkauft werden, später aber als separate Scheiben in den Läden stehen. Für die Tor, welche die Jungs unter anderem durch Kanada und Australien führt, sitzt Kenny Hyslop hinter den Kesseln. Nach ihrer Rückkehr nimmt man die Single "Promised You A Miracle" auf, die überraschend gut abschneidet, bevor mit insgesamt drei Drummern "New Gold Dream (81,82,83,84)" eingespielt wird, welche als eine der besten New Wave-Scheiben anzusehen ist. Mike Ogletree gibt auf der Platte ein kurzes Gastspiel, wird aber noch während der Aufnahmen von Mel Gaynor abgelöst.
Nachdem die Herren mit U2 im selben Jahr die Bühne teilen, schnappen sie sich auch noch deren Produzenten Steve Lillywhite für die Arbeiten an "Sparkle In The Rain". Das Album geht direkt auf Platz Eins in den englischen Charts und man spielt acht Nächte hintereinander im ausverkauften Hammersmith Odeon. Neben Japan stehen auch die Staaten wieder auf dem Plan und in New York City heiratet Jim in aller Heimlichkeit Chrissie Hynde (The Pretenders). Als eines Tages Keith Forsey an die Band heran tritt und sie bittet, den Track "Don't You Forget About Me" für den Film "Breakfast Club" einzuspielen, ist die Begeisterung eher mäßig. Dass es ihnen ausgerechnet mit diesem Lied gelingt, die amerikanischen Charts zu knacken, hat keiner erwartet.
Auf "Once Upon A Time" tritt erstmals John Giblin als Basser in Erscheinung, mit dem die Band auch die Amnesty International unterstützende Tour absolviert. In der folgenden Pause wird das Doppel-Live-Album "Live In The City Of Light" veröffentlicht und MacNeil und Burchill arbeiten an einem Instrumental-Album, welches "Aurora Borealis" heißen soll. Dieses wird aber von "Street Fighting Years" geschluckt, welches sich mit den Problemen in Irland auseinandersetzt. Trotz allem steigt es in GB wieder auf Platz eins ein, stinkt in den USA aber etwas ab. Die Tour erleben John Giblin und Mel Gaynor nicht mehr mit, sie werden durch Malcolm Foster (b) und Manu Katche (dr) ersetzt. Auch Kerrs Ehe geht in die Hose und nachdem man den Manager vor die Tür gesetzt hat, kündigt auch Michael MacNeil seinen Ausstieg an.
Somit übernimmt Burchill selbst zusammen mit Pete Vitesse die Keyboards auf "Real Life", live steht aber Mark Taylor an den Tasten. Danach sieht es tatsächlich so aus, als ob Simple Minds Geschichte werden, eine längere Auszeit folgt. Zwar beginnt man 1993 mit den Arbeiten an "Good News From The Next World", aber das Ergebnis liegt erst 1995 vor. Dieses zeigt die Band als das, was sie nun sind: ein Duo, bestehend aus Stimme und Gitarre. Diese Merkmale sind in den Vordergrund gerückt. Doch damit ist die Zusammenarbeit von Virgin und Simple Minds beendet, letztere unterzeichnen bei Chrysalis. Derek Forbes kehrt zwar zur Truppe zurück, doch Kerrs zweite Ehe mit Patsy Kensit, die er 1992 einging, endet wie die erste. 1997 kehrt auch Mel Gaynor zurück und man schreibt "Néapolis".
Im selben Jahr erscheint auch "Early Years 77-78", eine Zusammenstellung aus den Demos von Johnny And The Self Abusers und den frühen Simple Minds. 2001 kommt mit "Neon Lights" eine Huldigung an einige Bands heraus, welche die Simple Minds im Laufe ihrer Geschichte geprägt und beeinflusst haben, und erst 2002 erscheint mit Cry endlich wieder ein richtiges Studioalbum. Dabei erwartet den Zuhörer hier kein fetziges Rockalbum mit krachenden E-Gitarren, was auch nicht zu erwarten war, sondern eine sehr abwechslungsreiche Mischung aus getragenen Songs und peppigeren Synthie-Gitarren Nummern.