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Band
The Beautiful South
3 Alben
Biografie
The Beautiful South nannte spöttisch Ex-Housemartins-Oberhaupt Paul Heaton (voc, g), geboren am 9. Mai 1962 in Birkenhead, seine neue Band, die er zusammen mit Housemartin David Hemmingway (voc), geboren am 20. September 1960, David Rotheray (voc), Sean Welch (bg), dem früheren Housemartins-Roadie David Stead (dr) und Briana Corrigan (voc) 1989 gegründet hatte. Die ironische Namensgebung (die Musiker aus Hull stellten so etwas wie die «Nordlichter» Englands dar) signalisierte, daß Heaton mit seiner neuen Formation da weitermachen wollte, wo er mit den Housemartins aufgehört hatte: ironische, manchmal sarkastische, oft gesellschaftskritische Texte, die in irreführendem, aber perfektem Harmoniegesang zu schnörkelloser Rockmusik ihre Hörer finden sollte. Da die Housemartins-Fans Heatons neuer Band regelrecht entgegengefiebert hatten, gelang The Beautiful South dies auf Anhieb. Die Single Song For Whoever plazierte sich umgehend in den britischen Top Ten, auch die folgende LP Welcome To The Beautiful South (1989) setzte die Erfolgsserie der verblichenen Housemartins fort. Widerspruch rief das Albumcover hervor: Es zeigte das Bild eines Mädchens, das sich in Selbstmordabsicht den Lauf eines Revolvers in den Mund steckt. Die Gruppe zog den Schnappschuß nach einiger Zeit zurück und setzte einen nicht suizidgefährdeten Teddybären auf die neue Hülle. Die Kontroverse beförderte Beautiful South: Die Singles I'll Sail This Ship Alone und A Little Time zogen ebenfalls in die Hitlisten ein. Dabei handelte es sich bei Heatons Songs keineswegs um harmlosen Mainstream-Pop: A Little Time thematisierte das Drama einer Ehe, die mit einem Messer beendet wird. Der dazugehörige, realistisch gespielte Video-Clip, Grundlage des Single-Erfolges, unterstrich die ohnehin überdeutliche dramatische Komponente des Heaton-Songs. Die Rollenspiele setzte Heaton, oft im Duett mit Briana Corrigan, auch mit den Alben Choke (1990) und 0898 (1992) fort. Der «Agit-Pop» (?Rolling Stone?) fand außerhalb Großbritanniens allerdings nur eine spärliche Zuhörerschaft. Liebliche Songs wie Bell Bottomed Tear bewegten sich auf dem schmalen Grat zwischen Sentiment und Kitsch, unter Heatons Sendungsbewußtsein litt ab und an die Musik. «Pop für Leute, die nicht beim Pop-Hören erwischt werden wollen», lästerte ?Rolling Stone? mit amerikanischem Unverständnis für die Lage britischer Seelen, die für die seltsame Mischung aus Lenin, sozialistischer Sehnsucht und Harmoniegesang weit empfänglicher waren. Miaow (1994), ein Album mit der neuen Sängerin Jacqueline Abott, war mit Stücken wie Prettiest Eyes ein Beispiel der These Heatons, daß «Popmusik immer nur um die Probleme der Teenager kreist, obwohl die Angst des mittleren Alters übler ist und zuwenig beachtet wird». In diesem Sinne wollte Heaton wohl auch Titel wie Don't Marry Her (auf Blue Is The Colour, 1996) verstanden wissen: Verpackt in flotten Country Rock sang Abott vom verzweifelten Versuch, Torschlußpanik gar nicht erst aufkommen zu lassen. Wahrhaftig kein Thema für Teenager. Bis zur Jahrtausendwende machte die Band mit Alben wie Quench (1999) und Painting It Red (2000) in bewährter Gangart weiter.