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Band

The Eagles

USA gegr. 1971 Website
1 Album
Diskografie

Alben

Biografie
Eagles feierten am Jahreswechsel 1999/2000 mit einem Millennium-Konzert 26 Millionen verkaufte Tonträger ihres Albums Greatest Hits 1971-1975. Sie verwiesen damit den bisherigen Rekordhalter, Michael Jacksons Thriller mit einer Auflage von 25 Millionen, auf den zweiten Platz und galten in den Kategorien des Einzelumsatzes einer Hit-LP/CD fortan als erfolgreichste Popband der Welt. Die «Adler» stiegen im August 1971 in Los Angeles auf und nutzten die individuellen Erfahrungen aus der Gruppenvergangenheit ihrer Mitglieder auf hitträchtige Weise. Randy Meisner (bg, voc), geboren am 8. März 1946 in Scottsbluff, Nebraska, hatte ein Jahr lang zu Poco gehört und anschließend in Linda Ronstadts Band bei Tourneen ausgeholfen. Glenn Frey (voc, g), geboren am 6. November 1948 in Detroit, Don Henley (dr, voc), geboren am 22. Juli 1947 in Gilmer, Texas, gehörten eine Zeitlang ebenfalls zum Ronstadt-Clan. Bernie Leadon (g, voc), geboren am 19. Juli 1947 in Minneapolis, hatte bis zum Eagles-Start bei den Flying Burrito Brothers gespielt. Gewarnt von den frustrierenden Ego-Trips, die ihre Vorgänger-Bands zermürbt hatten, entwickelten die vier Musiker zunächst in intensiven Proben einen kompakten Gemeinschaftsklang, der das weite Spektrum vom harten Rock 'n' Roll bis zur Bluegrass-Musik umfaßte. Songbewußt vermieden sie bei ihren Plattenaufnahmen undistinguierte Melodien ohne einprägsame Refrains sowie uferlose Improvisationen. Dieser freiwillige Zwang zur Konzentration machte ihr Zusammenspiel schlackenlos präzise und verlieh ihren Songs die Qualität von Ohrwürmern. Allein aus dem ersten Bestseller-Album zogen sie drei Hitsingles, darunter Take It Easy, dessen clevere Textformulierungen zum Teil in die amerikanische Umgangssprache eingegangen sind. Der große Wurf gelang ihnen mit dem zweiten Album Desperado, das zwischen der Doolin Dalton Gang, die um 1890 in der Gegend von Kansas ihr Unwesen trieb, und der Outlaw-Existenz eines modernen Rock-Rebellen romantische Parallelen zog. Aufstieg, Euphorie, Selbstüberschätzung und Fall eines Superstars wurden von den Eagles, ohne den prätentiösen Anspruch einer Rock-Oper, in der Western-Mythologie musikalisch vorbildlich gespiegelt. Bei den Aufnahmen zu ihrer dritten LP stieß Don Felder (g), geboren am 21. September 1947 in Topanga, Kalifornien, zur Gruppe und animierte sie zu einem «volleren, weniger rauhbeinigen Sound und einer erregenden Frische bei den Gitarren-Soli» (?Melody Maker?). Joe Walsh (g, voc), geboren am 20. November 1947 in Wichita, Kansas, von der James Gang ersetzte 1976 Bernie Leadon; ein Jahr später tauschte Randy Meisner seinen Platz in der Band mit Timothy B. Schmit (voc, bg), geboren am 30. Oktober 1947 in Sacramento, Kalifornien. Obwohl die Eagles mit Hotel California (1976) den Verdruß an der Überflußgesellschaft ihres Sonnenstaates erstaunlich unverblümt artikuliert hatten, galten sie nach eigenem Eingeständnis mehr und mehr als «die Verkörperung dessen, was die Leute an Kalifornien hassen» (Frey). «Sie verhökern romantisierte Nostalgie nach dem Alten Westen», mäkelte der ?New Musical Express?; Songs wie Take It To The Limit, Life In The Fast Lane waren demnach «Weltfluchtlieder, in denen bloß auf gefährlich und riskant gemimt wurde». Immerhin: Die Poseure waren gut genug, «den Übergang vom Hippie zum Yuppie nahtlos zu machen». Auch das deutsche ?Sounds? verdammte die hochpolierten Rock-Darbietungen der Musiker vom Pazifik als «absolute Degeneration eines universellen Kommunikationsmittels zur Schickeria-Pose». Auf der Hülle ihres Live-Albums (1980) bedankten sich die Eagles bei fünfzehn Managern, sechs Promotern, drei Agenten, zwei Grossisten, einem Buchhalter und fünf Rechtsanwälten. «Wir alle wissen, daß Rock Big Business bedeutet; aber das ist einfach lächerlich», befand der ?Melody Maker?. Die Hitfabrikanten schienen auch zu bemerken, daß ihr Zusammenspiel zur Kommerz-Farce geworden war. 1981 lösten sie den Adler-Horst auf und gingen auf Solo-Flug. Besonders hoch hinaus kamen dabei Frey (The Heat Is On, Smuggler's Blues, 1984; Strange Weather, 1992) und Henley (The Boys Of Summer, 1985). Unterdessen preschten aber auch immer wieder die Hit-Kompilationen der Eagles auf vordere Plätze der Charts. Gerüchte um eine anstehende Wiedervereinigung erhielten neue Nahrung, als 1989 Henley und Frey anläßlich eines Konzertes in Los Angeles erstmals wieder gemeinsam auf der Bühne standen und noch im selben Jahr auch Schmit ein Konzert nutzte, um mit Henley und Frey zusammenzuspielen. 1993 agierte die komplette Band für Travis Tritts Video zu Take It Easy gemeinsam vor der Kamera. Damit schien eine Reunion nicht ausgeschlossen, die 1994 endlich, wenn auch ohne Meisner und Leadon, vollzogen wurde. «Wir sind niemals auseinandergegangen», frotzelten die Musiker, «wir haben nur 14 Jahre Urlaub gemacht.» Hell Freezes Over enthielt neben einigen alten Songs vier Neukompositionen, darunter Get Over It, das als Single sofort auf Platz eins der US-Charts schoß. Die Welt-Tournee zur CD begann im November 1995 mit vier ausverkauften Konzerten in der Yokohama Arena in Japan und endete am 4. August 1996 im Murrayfield Stadium im schottischen Edinburgh. Mit mehr als 60 Millionen Dollar Erlös war es die erfolgreichste Pop-Tour des Jahres. Im März 1998 waren von Hell Freezes Over sieben Millionen Exemplare verkauft. Zwei Monate vorher, am 12. Januar, standen alle sieben Eagles, einschließlich Leadon und Meisner, auf der Bühne des New Yorker Waldorf Astoria-Hotels und intonierten Take It Easy und Hotel California - zum Dank für ihre Aufnahme in die Rock and Roll Hall of Fame. Der sensationelle Long-Run-Erfolg des Albums Greatest Hits 1971-1975 ohne Video-Einsatz, ohne medienwirksame Gimmick- oder Kult-Attraktionen, noch dazu ohne die beiden größten Eagles-Hits Hotel California und Life In The Fast Lane veranlaßte die Plattenfirma Elektra Ende 2000 zu einer vorzüglich edierten 4-CD-Box mit Selected Works 1972-1999, in der auch ein packender Live-Mitschnitt Hell Freezes Over von 1994 sowie das Millennium Concert 1999/2000 in der Besetzung Frey, Henley, Walsh, Felder, Schmit enthalten war. «Es gibt Prickelnderes in der Geschichte der Poprock-Musik», schrieb dazu Christof Hammer in ?Stereoplay?, «als den wohltemperierten, stets verhalten kontrolliert daherkommenden Westcoast-Sound der Eagles. Betrachtet man indes das Wie, sieht die Sache anders aus. Bemerkenswert oft bewegt sich das Werk der Formation auf einem respekteinflößenden kompositorischen und handwerklichen Niveau.» Die ?New York Times? nannte sie sogar «die einflußreichste Gruppe der Rockmusik», deren Spuren sich bei den Counting Crows, Jewel, Jars Of Clay und Melissa Etheridge feststellen ließen. Ebenso hätten sie die Crossover-Erfolge der Countrymusik in den musikalischen Mainstream Amerikas ermöglicht und den Stil von Künstlern wie Trisha Yearwood, Vince Gill, Clint Black, Tanja Tucker geprägt, die den Eagles 1993 im Tribute-Album Common Thread mit Coverversionen huldigten. Zugleich warnte ?NYT?-Autor Rob Tannenbaum aber auch nachfolgende Bands: «Wer versuchen wollte, den langdauernden Vormarsch der Eagles an die Spitze zu wiederholen, brauchte nicht nur deren visionäre Kraft und ihr von Zufällen begünstigtes Timing, sondern auch die Ausdauer Napoleons, den Marsch unbeirrt fortzusetzen.» An der Europatournee im Sommer 2001 (?Tagesspiegel?-Überschrift: «Nichts Neues, nirgends») war Gitarrist Felder nicht beteiligt. Er hatte die Gruppe im Februar verlassen und gegen die anderen beiden Gründungsmitglieder Henley und Frey geklagt. Er verlangte die Offenlegung aller geschäftlichen Aktivitäten ihrer Vermarktungsfirma Eagles Limited und deren Auflösung. Er sei an der Firma zu einem Drittel beteiligt, in Entscheidungsprozesse aber nicht einbezogen gewesen und habe keine Einsicht in die Bilanzen gehabt. Henley und Frey konterten, sie selbst hätten Felder hinausgeworfen, «weil das für die Weiterentwicklung der Band unerläßlich wurde». Trouble im Hotel California. Frey: «Wir werden dieses Unternehmen am Laufen halten.»